Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass mehr naturnahe Grünräume ihr Wohnumfeld lebenswerter machen würden. Und 73% der Befragten finden nicht gemähte Wiesen in der Nachbarschaft sehr ansprechend oder eher ansprechend. Das zeigt, dass naturnahe Bewirtschaftungsformen sehr gut vereinbar sind mit den ästhetischen Vorstellungen der Bevölkerung. Des Weiteren geben viele Menschen an, ihren Garten oder Balkon mit einheimischen Pflanzen und ohne Pestizide zu bewirtschaften.
Die unten dargestellten Umfrageergebnisse bestärken Pro Natura darin, mit ihrem Engagement für mehr naturnahe Grünräume in Dörfern und Städten gut unterwegs zu sein, zum Beispiel mit dem Naturgarten-Projekt BONJOUR NATURE.
Dörfer, Städte und Agglomerationen bergen ein enormes Potenzial als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zwei Drittel der Tierarten und fast die Hälfte der in der Schweiz lebenden einheimischen Wildpflanzen kommen hier vor. Siedlungsflächen bedecken 17% des Mittellandes. Mehr als 1% unserer Landesfläche besteht aus Privatgärten, was der Grösse des Bodensees oder dem Dreifachen des Schweizerischen Nationalparks entspricht!
Aber jede Sekunde wird in der Schweiz mehr als ein halber Quadratmeter Boden versiegelt. Seit 1970 hat sich die bebaute Fläche fast verdoppelt. Jedes Jahr wird etwa 1% der Grünflächen zugebaut. 85% der Bevölkerung lebt in städtischen Gemeinden. Der Schutz und die Förderung naturnaher Grünräume im Siedlungsgebiet werden immer wichtiger für die Biodiversität sowie für die Gesundheit und das Wohlbefinden von uns Menschen.
Die meisten Menschen wünschen sich mehr naturnahe Grünräume im Wohnquartier
70 % der Befragten geben an, dass mehr naturnahe Grünräume ihr Wohnumfeld lebenswerter machen würden. Insbesondere Stadtbewohner:innen (76%), die 18-39-Jährigen (75%) und Frauen (73%) wünschen sich mehr Natur in ihrem Lebensumfeld. Der Wunsch nach mehr Natur im Wohnquartier ist in den weniger dicht besiedelten Agglomerationen (67%) und ländlichen Gemeinden (64%) etwas weniger stark ausgeprägt, aber selbst dort immer noch sehr deutlich.
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Anne Seeger
Ungemähte Wiesen haben ein positives Image
Fast Dreiviertel (73%) der Befragten finden nicht gemähte Wiesen in der Nachbarschaft sehr ansprechend oder eher ansprechend. Ältere Personen ab 65 Jahren (84%), Westschweizer:innen (80%) und Stadtbewohner:innen (79%) stehen ungemähten Wiesen besonders positiv gegenüber. Artenreiche Wiesen sind wichtige Naturgartenelemente, sie werden nur von einer Minderheit als störend empfunden.
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Anne Seeger
Die Mehrheit der Befragten gibt an, ihren Garten oder Balkon naturnah zu pflegen
Eine grosse Mehrheit von 86% der Befragten gibt an, ihren Garten sehr naturnah oder eher naturnah zu bewirtschaften. Dazu gehören einheimische Pflanzen und ein Verzicht auf Pestizide. Bei Balkonen liegt dieser Wert mit 55% deutlich tiefer. Nach Einschätzung von Pro Natura klaffen hier die Selbsteinschätzung der Befragten und die Realität in den Gärten teilweise auseinander. Sensibilisierungs- und Beratungsangebote bieten daher ein grosses Verbesserungspotenzial für noch mehr Natur rund ums Haus.
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Anne Seeger
Biodiversitätsförderung ist der Hauptgrund für naturnahes Gärtnern
71% der Befragten, die ihren Garten sehr oder eher naturnah pflegen, tun dies zur Förderung der Natur und Biodiversität oder aus Verantwortungsgefühl. Nur 31% geben an, dies zu tun, weil es ihnen gefällt oder guttut. Im gleichen Verhältnis liegen die Zahlen jener Befragten, die Balkone pflegen.
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Anne Seeger
Der kritische Blick der Nachbarn spielt keine Rolle
Nur 1% der Befragten gib an, dass die Störung der Nachbarn ein Grund dafür ist, den eigenen Garten oder Balkon nicht naturnah zu gestalten. Hauptgründe dafür, keinen Naturgarten anzulegen sind erstens, dass es den Befragten selbst nicht gefällt oder zu unordentlich wirkt (Garten 37%, Balkon 31%) und zweitens, dass es zu aufwändig ist oder die Zeit dafür fehlt (Garten 30%, Balkon 23%). Hohe Kosten und mangelndes Know-How werden nur sehr selten genannt.
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Anne Seeger
Das Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich hat von 2. Februar bis 7. März 2026 im Auftrag von Pro Natura eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zu Natur im Siedlungsraum durchgeführt. 1213 Menschen aus der Deutschschweiz, der französischsprachigen und italienischsprachigen Schweiz haben an der Umfrage teilgenommen.