Siedlungsraum

Dorf und Stadt: für eine blühende Natur

Eine Chance für die Biodiversität

Grünstreifen durch die ABZ Siedlung Entlisberg Angela Peter
Die Natur macht nicht Halt an der Siedlungsgrenze. Auch im dicht bebauten Raum leben unzählige Tier- und Pflanzenarten. Hier schlummert ein grosses ökologisches Potenzial.

Die Natur ist in Dorf und Stadt allgegenwärtig, wird von uns aber kaum wahrgenommen. Nicht nur Parks, Alleen und Gärten – auch Dächer, Fassaden und Parkplätze können wertvolle Natur beinhalten. Erstaunlich viele heimische Tier- und Pflanzenarten finden hier auf kleinstem Raum ein breites Spektrum unterschiedlichster Lebensräume, ein grosses Nahrungsangebot und Unterschlupf. Einige Arten profitieren sogar von der Stadt, weil Fressfeinde fehlen und sie hier eine Wärmeinsel vorfinden. 

Die Natur in Dorf und Stadt steht unter Druck

Naturflächen leisten einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt. Die Siedlungsnatur erfüllt nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für uns Menschen wichtige Funktionen:  

  • Sie reguliert die Temperatur und filtert die Luft.
  • Sie hält Regenwasser zurück und entlastet das Kanalisationssystem.
  • Sie strukturiert den Raum und sorgt für Erholung im Alltag.

Trotz ihrer grossen Bedeutung gelangt die Siedlungsnatur zunehmend unter Druck:  

  • Die versiegelten Flächen nehmen zu.
  • Kleinstlebensräume werden fortlaufend zerschnitten.
  • Grünflächen werden banalisiert.
  • Invasive Neophyten konkurrieren heimische Arten.

Da wir fortlaufend Freiflächen verlieren, ist es wichtig, die verbleibenden Grünräume ökologisch aufzuwerten und besser miteinander zu vernetzen. Hier besteht viel Potential. 

Die Siedlungsnatur braucht mehr Aufmerksamkeit 

Gefordert sind Gemeinden, Raumplaner, Architektinnen, Landschaftsarchitekten, Gärtnerinnen, Bauunternehmen, Liegenschaftsverwalterinnen, Hausbesitzer. Neben Vorgaben und Beispielen zur Umsetzung des ökologischen Ausgleichs im Siedlungsraum und Richtlinien braucht es eine verstärkte Zusammenarbeit verschiedener Akteure, passende Anreize, Beratungen und Sensibilisierungen.  

Das Natur- und Heimatschutzgesetz verpflichtet die Kantone, für einen ökologischen Ausgleich im Siedlungsraum zu sorgen. Auch die Strategie Biodiversität Schweiz gibt Vorgaben zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum. Pro Natura setzt sich dafür ein, dass diese Grundlagen verstärkt umgesetzt werden. 

Pro Natura fordert, dass die öffentliche Hand ihre Vorbildfunktion wahrnimmt und öffentliche Grünflächen im Siedlungsraum wie Parks, Schulanlagen, Friedhöfe sowie Strassenböschungen naturnah gestaltet, aufwertet, vernetzt und unterhält. 

Die Forderungen von Pro Natura

Wichtige Massnahmen, um im Siedlungsraum Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen: 

  • Ökologisch wertvolle und alte Strukturen erhalten (insbesondere Bäume)
  • Bestehende Frei- und Grünflächen qualitativ aufwerten
  • Lebensräume vernetzen, Trittsteine errichten
  • Der Gestaltung von Grünräumen mehr Gewicht einräumen
  • Ökologisches Knowhow in Planung, Umsetzung und Unterhalt fördern und fordern

Wertvolle Lebensräume im Siedlungsraum Angela Peter
Mit guter Vernetzung können auch im Siedlungsraum wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen.

Pro Natura packt auch selbst an:

  • Wir beraten Wohnbaugenossenschaften, Immobilienbesitzer/-innen und Gemeinden, wie sie ihre Flächen ökologisch aufwerten können. Zur Projektseite Biodiversitätsförderung in Wohnsiedlungen
  • In verschiedenen Regionen beraten wir Gemeinden und Grundeigentümer/-innen, wie sie die Biodiversität im Siedlungsraum fördern können:
  • Für Privatpersonen hat Pro Natura 2026 schweizweit das Projekt BONJOUR NATURE lanciert. Wir bieten kostenlose Beratungen und Zertifizierungen für Privatgärten an.
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