Scheuchzers Wollgras (© Saxifraga / Fitis-Sytske Dijksen)

Zart, aber hartnäckig: Scheuchzers Wollgras

08.08.2019

Hat hier jemand Wattebäuschchen verstreut? Nein, es sind Scheuchzers Wollgräser, die uns auf Bergwanderungen erfreuen.

Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri) wird auch Alpen-Wollgras genannt. Es wächst in Moorflächen und an Seeufern in den Alpen. Wollgras weist den Wanderer, die Wandererin auf sumpfige Stellen hin, die besser umgangen werden. Das auffällige Gras gehört zur Familie der Sauergräser.

Wollgras verändert Landschaft

Früher wurde Wollgras in der Volksmedizin gegen Durchfall und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt. Die wolligen Ährenbüschel dienten auch als Material für Kerzendochte. Es verwundert nicht, dass die flauschigen Büschel sogar als Stopfmaterial für Kopfkissen in mancher Alphütte dienten.

Das Wollgras gestaltet zudem die alpine Landschaft mit. Seine langen, unterirdischen rotbraunen Ausläufer treiben die Verlandung von Gewässern kräftig voran. So ist das Wollgras auch ein Symbol für das Werden und Vergehen von Gewässern im Gebirge.

Ein reiner Bergbewohner

Scheuchzers Wollgras erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 35 cm. Sein runder Stängel trägt weiss-wollige kugelige Ähren mit etwa 2 cm Durchmesser. Die Blätter sind binsenförmig rund. In den Alpen wächst das Gras auf 1500 bis 2500 m ü. M. Es bevorzugt nasse, nährstoffarme Torfe in Niedermooren, an Tümpeln und Ufern stehender Gewässer. Sein wissenschaftlicher Name ist übrigens eine Hommage an den Zürcher Naturforscher Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733).

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