Umweltpolitik

Agrarpolitik in der Schweiz

Kornblumen in Getreidefeld Matthias Sorg
Pro Natura beteiligt sich aktiv am Gesetzgebungsprozess zur Agrarpolitik 2030 und setzt sich für eine klima- und biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft ein. Zum Wohl von Mensch und Natur, brauchen wir mehr «Natur bim Buur»!

In Kürze

  • In den nächsten Jahren stehen in der Landwirtschaftspolitik wichtige Entscheidungen an, viele davon im Rahmen der Agrarpolitik 2030+.
  • Wenn unsere Lebensmittel so produziert werden, dass die Biodiversität gefördert sowie Boden, Wasser und Luft geschützt werden, sichert dies die naturnahe Produktionsweise über Generationen.
  • Mit den heutigen Regelungen werden weder die Produktionsgrundlagen der Regionen noch die Umweltauswirkungen der Betriebe berücksichtigt. Obwohl die «standortangepasste Produktion» in der Bundesverfassung steht (BV 104a). Dies muss sich ändern.

Als Teil der Agrar- und Umweltallianz setzt sich Pro Natura für eine Schweizer Landwirtschaft ein, die vom Feld bis auf den Teller durch Nachhaltigkeit und Resilienz geprägt ist.

Unsere Forderungen zur Agrarpolitik 2030+

  • Tragbare Tierbestände und standortangepasste Tierproduktion
    Hohe Futtermittelimporte ermöglichen heute Tierbestände, die über die natürlichen Futtergrundlagen der Schweiz hinausgehen. Dies führt zu Überdüngung, welche unser Klima, unsere Gewässer und die Biodiversität in der Schweiz belastet. Pro Natura fordert daher eine standortangepasste Tierproduktion, bei der nur so viele Tiere gehalten werden, wie mit betriebseigenem Futter nachhaltig ernährt werden können.
  • Weniger Pestizide
    Heute führt der hohe Pestizideinsatz in der Landwirtschaft dazu, dass sich Gifte im Boden und Trinkwasser ansammeln. Nicht nur die Vielfalt von Pflanzen und Tieren ist bedroht, auch unsere Gesundheit. Durch weniger Pestizide und dem Einsatz von Naturstoffen schützen wir Mensch und Umwelt.
  • Sinnvolle Anreize
    Das heutige Anreizsystem bei Grenzschutz, Direktzahlungen und Strukturverbesserungen gefährdet die Biodiversität und fördert die Tierproduktion übermässig. Wir wollen Anreize schaffen, welche die natürlichen Ressourcen für die kommenden Generationen erhält und unsere Lebensgrundlage, die Natur, schützt. 

Unsere Vision bis 2050

Pro Natura setzt sich mit politischer Arbeit für eine Land- und Ernährungspolitik ein, welche Lebensmittel im Einklang mit der Natur produziert und gleichzeitig Biodiversität, Boden und Wasser schützt. Dabei ist eine grosse Artenvielfalt und intakte Böden essenziell, damit wir uns auch in Zukunft gesund ernähren können.

  • Die fruchtbaren Schweizer Böden sind geschützt. Sie werden standortgerecht bewirtschaftet. Erosion, Verdichtung und Verschmutzung gehören der Vergangenheit an.
  • Die Schweizer Tierbestände sind auf ein naturverträgliches Niveau reduziert. Damit hat auch die Ammoniakbelastung massiv abgenommen.
  • Die Biodiversität und die Produktion sind eng verknüpft und verzahnt. Beiträge für die Biodiversität werden ergebnisorient ausbezahlt.
  • Das Grünland Schweiz nutzt seine Flächen optimal ohne importiertes Kraftfutter und ist weniger anfällig für Klimaschäden.
  • Bei landwirtschaftlichen Produkten herrscht Kostenwahrheit. Die versteckten Kosten Umweltkosten der Landwirtschaft sind im Produktpreis enthalten.
  • Die Bäuerinnen und Bauern sind stolz auf ihre Leistungen. Sie verdienen einen fairen Lohn und Wertschätzung.