Pro Natura – seit über 100 Jahren im Dienst der Natur

1909 gründeten Vertreter der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft (heute: Akademie der Naturwissenschaften) einen Verein, um die Idee eines schweizerischen Nationalparks zu verwirklichen. Die Naturschutzpioniere wollten Raum schaffen für die von Industrialisierung und Fremdenverkehr bedrängte Natur. Damit nahm eine bewegte Geschichte ihren Lauf: 100 Jahre, in denen sich eine grosse Organisation von Freiwilligen und Angestellten stets im Spannungsfeld zwischen Natur und Technik bewegte.

 

Meilensteine der Pro Natura Geschichte:

Hinweis: Bis 1997 nannte sich die Naturschutzorganisation Schweizerischer Bund für Naturschutz (SBN), danach Pro Natura.

 

1909 

Um den Pachtzins für den Nationalpark zu finanzieren, wird der Schweizerische Bund für Naturschutz (SBN) gegründet.

 

1914 

Der Schweizerische Nationalpark im Engadin wird am 1. August geschaffen. 

 

1946 

Zum Schutz des Silsersees führt der SBN gemeinsam mit dem Schweizer Heimatschutz den ersten Verkauf von Schoggitalern durch.

 

1947 

Der SBN organisiert in Brunnen eine internationale Naturschutz-Konferenz. Als Ergebnis davon wird 1948 die IUCN (International Union for Conservation of Nature) gegründet.

 

1958 

Die Arbeiten am ersten Inventar schweizerischer Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, dem sogenannten KLN, beginnen. Daran beteiligt ist der SBN.

 

1962 

Der Verfassungsartikel zum Natur- und Heimatschutz wird angenommen, 1967 tritt das Natur- und Heimatschutzgesetz in Kraft. Seither gibt es das Verbandsbeschwerderecht.

 

1964 

Der SBN führt kantonale Sektionen ein.

 

1981 

Äusserst erfolgreiche Unterschriften- und Geldsammlung zugunsten der Grande Cariçaie am Neuenburgersee, dem grössten Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz. Mit 560'000 Unterschriften wurde verhindert, dass ein Teil der Autobahn A1 durch dieses spätere Schutzgebiet führt.

 

1993 

Auf Initiative der Naturschutzorganisationen beginnt der Bund, ökologische Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft (z.B. extensiv genutzte Wiesen, Hecken, Buntbrachen, Hochstammbäume) mit Direktzahlungen zu fördern.

 

1995 

Der SBN tritt dem internationalen Umweltnetzwerk Friends of the Earth bei.

 

1997 

Der SBN ändert seinen Namen und nennt sich nun Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz. Auch der Auftritt der Sektionen wird vereinheitlicht.

 

2000

Pro Natura lanciert die Kampagne Gründen wir einen neuen Nationalpark!. Die Region, die als erste einen Nationalpark realisiert, soll ein Preisgeld von einer Million Franken erhalten.

 

2007 

Lancierung der Landschaftsinitiative, die 2008 mit rund 110 000 gültigen Unterschriften eingereicht wird.

 

2007

Das revidierte Natur- und Heimatschutzgesetz, wofür Pro Natura sich eingesetzt hat, tritt in Kraft. Es definiert neu drei Kategorien von Pärken von nationaler Bedeutung und liefert die notwendige gesetzliche Grundlage, um neue Nationalpärke, Regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke zu schaffen.

 

2008 

Seit Jahren wird das erfolgreiche Verbandsbeschwerderecht der Umweltorganisationen mit politischen Vorstössen bekämpft. Die eidg. Volksinitiative des Zürcher Freisinns zu dessen starker Einschränkung wird vom Souverän deutlich abgelehnt. Pro Natura war federführend bei der Abstimmungskampagne.

 

2009 

Pro Natura feiert ihr 100-Jahre-Jubiläum.

 

2013

Eine Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung stimmt am 3. März «Ja» zum revidierten Raumplanungsgesetz und stellt sich hinter eine geordnete, bodensparende Besiedlung der Schweiz. Pro Natura war federführend in der breiten Allianz der Befürworter.