Blick auf Goldmine von oben © Curioso Photography/Unsplash

Warum Pro Natura die Konzernverantwortungsinitiative unterstützt

09.07.2019

Ein in der Innerschweiz ansässiger Rohstoffkonzern vergiftet Flüsse und Felder im Kongo, und ein Basler Konzern verkauft Pestizide, die bei uns schon lange verboten sind. Immer wieder ignorieren Konzerne mit Sitz in der Schweiz wichtige Umweltstandards und sind so mitverantwortlich für die Zerstörung der Natur. Deshalb braucht es die Konzernverantwortungsinitiative.

Der umfassende globale Bericht zur Biodiversität, der anfangs Mai 2019 vom Weltbiodiversitätsrat vorgelegt wurde, zeigt Erschreckendes: Noch nie seit Menschengedenken sind so viele Tiere und Pflanzen ausgestorben wie in unserer Zeit. Jährlich sterben heute 10 bis 100 Mal so viele Arten aus wie vor Erscheinen des Menschen. Etwa eine Million der ca. acht Millionen Pflanzen- und Tierarten, die es gemäss Expertenschätzungen gibt, sind aktuell vom Aussterben bedroht.

Eine Ursache für diesen riesigen und verheerenden Verlust der Artenvielfalt sind Pestizide.
Solche Pestizide sind für den Agrochemie-Multi aus Basel ein hochlukratives Geschäft. 15 der 32 Pestizide, die auf der Bestsellerliste des Konzerns stehen, stehen auch auf der Liste der «hochgefährlichen Pestizide» des Pesticide Action Network (PAN).

Weltweit bessere Umweltstandards durchsetzen

2017 hat der Konzern gemäss Schätzungen von Public Eye einen Umsatz von ca. 3,9 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von hochgefährlichen Pestiziden erzielt. Das Unternehmen profitiert von schwachen Regulierungen in Ländern wie Brasilien, Argentinien oder Indien, um dort weiterhin ihre giftigen Bestseller zu verkaufen, von denen viele in der Schweiz oder in der Europäischen Union nicht mehr zugelassen sind.

Mit solchen Geschäften machen sich Schweizer Konzerne mitschuldig am globalen Artensterben. Deshalb unterstützt Pro Natura die Konzernverantwortungsinitiative.

Die Konzernverantwortungsinitiative will skrupellosen Geschäftspraktiken einen Riegel schieben. Sie verpflichtet alle Konzerne, Umweltstandards und Menschenrechte bei ihren Geschäften zu achten. Damit sich auch dubiose Multis an das neue Gesetz halten, müssen Verstösse Konsequenzen haben. Konzerne sollen deshalb in Zukunft für Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen haften, die sie oder ihre Tochterfirmen verursachen.

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