Eine Gruppe Menschen hält ein Transparent des Wasser-Appells hoch. Im Hintergrund sieht man das Bundeshaus in Bern. Marc Bachmann
30.03.2026 Gewässer

32'052 Menschen fordern: Bundesrat und Parlament müssen unser Wasser besser schützen

Vertreter:innen der Allianz «Sauberes Wasser – gesunde Schweiz» haben heute in Bern 32'052 Unterschriften für den Appell «gesundes-wasser.ch» eingereicht. Der Appell fordert Bundesrat und Parlament auf, den Schutz unserer Gewässer und des Trinkwassers nicht weiter zu schwächen – sondern endlich zu stärken. Dies ist ein deutliches Signal aus der Bevölkerung: Unser Trinkwasser muss trinkbar bleiben.

Auf dem Bundesplatz in Bern überreichte die breite zivilgesellschaftliche Allianz dem Bundesrat und dem Parlament heute symbolisch über 32'052 Unterschriften. Dies zeigt klar: Die ständigen Versuche, den Gewässerschutz auszuhöhlen, finden keinen Rückhalt in der Bevölkerung.

Aktuell stehen im Bundeshaus mehrere politische Vorstösse und Gesetzesanpassungen an, die das Vorsorgeprinzip infrage stellen und den Schutz des Trinkwassers schwächen würden – etwa Lockerungen beim Gewässerschutzgesetz, vereinfachte Zulassungen für Pestizide oder der Verzicht auf Grenzwerte für gefährliche Pestizide. 

Belastete Gewässer: Messdaten zeigen wachsende Risiken

Sauberes Trinkwasser ist für die Schweiz selbstverständlich – doch diese Sicherheit ist zunehmend bedroht. Neue Monitoring-Daten von 2024 zeigen:

  • Pestizid-Rückstände überschreiten in zahlreichen Fliessgewässern erneut die ökologischen Richtwerte
  • PFAS-Chemikalien, die sich kaum abbauen und gesundheitsschädlich sein können, werden fast flächendeckend in den Schweizer Böden gemessen.  
  • Mehr als 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung beziehen ihr Trinkwasser aus Grundwasser – das vielerorts durch Pestizide, Nitrate oder PFAS belastet ist.

Ohne wirksame Massnahmen verschlechtert sich die Wasserqualität schleichend, denn viele dieser Stoffe bauen sich nur langsam ab und reichern sich in der Natur und unseren Körpern an. Wir müssen jetzt handeln, damit auch künftige Generationen unbedenklich Wasser aus dem Hahn trinken können.

Breite Unterstützung aus Gesellschaft, Medizin und Fachkreisen

Der Appell wird von 19 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Konsumentenschutz und Landwirtschaft getragen und von Fachpersonen aus Wissenschaft und Medizin unterstützt. 

Die Herausforderungen bleiben enorm: Trotz beschlossener Pestizid-Reduktion ist die Umsetzung lückenhaft, und politische Vorstösse drohen den Schutz weiter zu schwächen. Jüngstes Beispiel dafür ist die von Ständerat Jakob Stark eingereichte Motion 26.3253: Sie würde die natürliche Selbstreinigung unserer Gewässer sowie die Erneuerung des Grundwassers massiv beeinträchtigen – mit spürbaren Folgen auch für die Trinkwasserqualität.

Die Allianz wird sich weiterhin geschlossen dafür einsetzen, dass unser Wasser sauber bleibt – denn: Wasser ist das, was wir jeden Tag trinken. Unsere Gesundheit hängt direkt davon ab.

Weitere Informationen:

Kontakt: 

  • WWF Schweiz: Jonas Schmid, Mediensprecher, 079 241 60 57, [email protected]
  • Pro Natura: Stefan Kunz, Abteilungsleiter Politik & Internationales, 079 631 34 67, [email protected]
  • Schweizerischer Fischerei-Verband: David Bittner, Geschäftsführer, 079 461 91 78, [email protected]
  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz: Dr. med. Bernhard Aufdereggen, Präsident, 079 639 00 40, [email protected]
  • Tischer Jana, Projektleiterin Kommunikation; 052 510 14 53, [email protected]
  • BirdLife Schweiz: Jonas Schälle, Projektleiter Landwirtschaft, 044 457 70 26, [email protected]
  • Stiftung für Konsumentenschutz: Josianne Walpen, Leiterin Ernährung, 031 370 24 23, [email protected]
  • Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein: Roman Wiget, Co-Präsident, 079 260 74 97, [email protected]

Unterstützende Organisationen: 

  • Aqua Viva
  • Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein
  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
  • ASL Association pour le sauvegarde du Léman
  • Dä Neu Fischer
  • Bienen Schweiz
  • BirdLife Schweiz
  • Campax
  • Greenpeace Schweiz
  • Fédération romande des consommateurs
  • Kleinbauern-Vereinigung
  • Konsumentenschutz
  • Naturfreunde
  • Pro Natura
  • Schweizerischer Fischerei-Verband
  • Stiftung für Konsumentenschutz
  • Stiftung FUTURE3
  • Uniterre
  • WWF Schweiz

Weiterführende Informationen

Info

Gemeinsame Medienmitteilung von Aqua Viva, Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, BirdLife Schweiz, Fédération romande des consommateurs, Kleinbauern-Vereinigung, Pro Natura, Schweizerischer Fischerei-Verband, Stiftung für Konsumentenschutz, Stiftung FUTURE3, WWF Schweiz