Das Zeitfenster für die Rettung des Roi du Doubs verkürzt sich
Der Rhône-Streber (Zingel asper), besser bekannt als «Roi du Doubs», ist ein kleiner Fisch aus der Familie der Barsche. Wie sein Name schon sagt, ist diese Art an das Einzugsgebiet der Rhône gebunden. In der Schweiz lebt er nur noch im Doubs, wo er vom Aussterben bedroht ist – und mit ihm sein genetisches Erbe. Der streng geschützte Rhône-Streber ist Anlass für einen nationalen Aktionsplan zugunsten des Doubs, der vom Bundesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit den Kantonen Jura und Neuenburg geleitet wird. Ein ganzer Katalog vorgeschlagener Massnahmen ist ihm gewidmet, die leider bislang erfolglos blieben. Angesichts der Dringlichkeit der Lage muss nun eine Aktion der letzten Chance ergriffen werden.
Eine Königin zur Rettung des «König des Doubs»
Im Jahr 2023 wurde der letzte Rhône-Streber im Doubs gefunden. Seit drei Jahren wird dieses Weibchen namens Océane jedes Frühjahr mit Männchen aus einem anderen Fluss des Rhône-Einzugsgebiets zusammengebracht. Die Jungfische aus den ersten beiden Nachzuchten werden bei Aquatis in Lausanne sowie im Zoo Basel gehalten, und die in diesem Frühjahr geschlüpften Larven befinden sich im Aquarium von Besançon. Da ihre Mutter noch am Leben ist, stellen sie die letzte Chance dar, die genetische Besonderheit des Roi du Doubs zu retten. Diese Chance muss genutzt werden, indem ein echtes Rettungsprogramm für den Rhône-Streber gestartet und die Feldforschung fortgesetzt wird.
Die Zeit drängt für den Doubs
Der Rhône-Streber stellt hohe Anforderungen an seinen Lebensraum und reagiert sehr schnell auf Veränderungen in seiner natürlichen Umgebung. Somit spiegelt die Entwicklung seiner Populationen den Gesundheitszustand der Flüsse wider, in denen er lebt. Sein stilles Verschwinden aus dem Jura-Fluss ist ein Alarmsignal für das gesamte Ökosystem des Doubs. Trotz der seit Inkrafttreten des Aktionsplans im Jahr 2015 geleisteten Arbeit müssen noch wichtige Massnahmen umgesetzt werden: Die freie Wanderung der Fische muss ermöglicht, der Sedimenttransport wiederhergestellt und die Wasserqualität verbessert werden. Diese Massnahmen kommen langfristig sowohl dem Rhône-Streber als auch allen Arten des Doubs zugute. Kurzfristig fordern die NGOs die Behörden jedoch dringend auf, alles zu tun, um den Roi du Doubs zu retten.