Aktion Spechte & Co. AG/BL
Die Bedeutung des Waldes im Wandel
Nachdem der Wald über Jahrhunderte hinweg Holz für unsere Häuser, Eicheln und Laub zur Fütterung der Tiere, und Beeren und Pilze für unsere Kochtöpfe lieferte, erhielt seine Bedeutung als Lebensraum ab Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr Gewicht. Das Waldsterben, riesige Sturmschäden und der Verlust vieler Arten waren deutliche Zeichen dafür, dass der Wald durch Umweltgifte und falsche Bewirtschaftung grossen Schaden nahm.
Seither hat sich viel verändert: zahlreiche Waldreservate und Totholzinseln wurden ausgeschieden, Fichten-Monokulturen und grosse Kahlschläge durch nachhaltige Waldwirtschaft abgelöst. Trotzdem bleibt der Wald unter Druck: Die Folgen des Klimawandels und hohe Nährstoffeinträge aus der Luft machen ihm und den ihn bewohnenden Arten zu schaffen.
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© Sara Bangerter
- Der wohltuende Blick in eine Baumkrone.
Wiedervernässung von Waldstandorten – warum?
Um die Waldbewirtschaftung zu erleichtern und die Erträge zu steigern, wurden viele Wälder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwässert. Dies geschah durch das Graben eines weit verzweigten Netzes an Gräben, welche das Wasser rasch abführten. So wurden Waldstandorte in Senken, rund um Quellen oder entlang von Bächen trockengelegt. Die Trockenlegung hatte weitgehende Folgen für viele spezialisierte Arten, wie die Engelshaarflechte oder der Straussfarn, welche in der Schweiz fast verschwunden sind.
In der Aktion Spechte & Co. AG/BL möchten wir durch das Zuschütten bestehender Gräben diese feuchten Waldstandorte wiederbeleben. Zudem sollen Quellstandorte durch gezielte Aufwertungen wieder zu wertvollen Lebensräumen für Bachflohkrebse oder die Sumpfdotterblume werden. Die Planung und Umsetzung geschehen in enger Zusammenarbeit mit den Förstern und dem Kanton.
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© Sara Bangerter
- Feuchte Waldstandorte sind nur noch selten in unseren Wäldern zu finden.
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© Tabea Haupt
- Ein lichter Föhrenwald-Standort in der Gemeinde Bubendorf BL.
Lichte Waldstandorte – mit Hilfe unserer Haustiere
Die Beweidung des Waldes durch Haustiere war lange weit verbreitet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde aber der Futterbedarf so gross, dass die Beweidung aus den Wäldern verbannt wurde – um die Holzernte zu maximieren. Folge: Unsere Wälder wurden immer dichter und dunkler. Begünstigt durch Nährstoffeinträge aus Industrie und Landwirtschaft verschwanden lichtliebende Arten wie das Helm-Knabenkraut. Wir fördern solche Waldstandorte nun durch gezieltes Ausholzen und kontrollierte Beweidung mit Ziegen oder Rindern.
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© Tabea Haupt
- Schottische Hochlandrinder sind besonders für die Naturschutzarbeit geeignet. Sie sind leicht, genügsam und sehr wetterfest.
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© Tabea Haupt
- Die Fuchs’ Gefleckte Fingerwurz (Dactylorhiza maculata subsp. fuchsii) ist häufig in lichten Föhrenwäldern zu finden.
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