Der Feldhase war das Tier des Jahres 2004 © Soru-Epotok / stock.adobe

Tier des Jahres: Archiv

Hier finden Sie die von uns ausgewählten «Tiere des Jahres» von 1998 bis 2007 in Kurzform vorgestellt.

Die Äsche - Tier des Jahres 2007

© M. Roggo/roggo.ch © M. Roggo/roggo.ch
Die Äsche

Das Tier des Jahres 2007 zeigt Flagge. Die Rückenflosse der Äsche ist auffallend gross und erinnert an eine Flagge, weshalb sie von den Biologen als «Fahne» bezeichnet wird. Flagge zeigt die Äsche mit ihrer Fahne auch sprichwörtlich, nämlich für befreite Flüsse. Wo das Wasser ungestört strömt und rauscht, fühlt sich der etwa 30 bis 50 Zentimeter grosse Süsswasserfisch wohl. Dass die Äsche in der Schweiz gefährdet ist, ist ein bedrohliches Zeichen für den Zustand unserer Bäche und Flüsse.

Pro Natura lässt sein Tier des Jahres 2007 nicht im Restwasser stehen. «Befreit unsere Flüsse!» hat sich die Naturschutzorganisation auf die Flagge geschrieben und verhilft Flüssen zu mehr natürlicher Dynamik. In der ganzen Schweiz, vom Münstertal im Kanton Graubünden über den «Limmatspitz» im Aargau bis nach Genf, befreit Pro Natura Flüsse aus ihrem Betonkorsett. Renaturierungsprojekte, die oft direkt der Äsche zugute kommen. Wo sich das Wasser sein Bett selber gestalten kann und wo regelmässig überflutete Auenwälder entstehen, findet auch das Tier des Jahres 2007 einen Lebensraum.

Als Anwältin der Natur setzt sich Pro Natura für mehr Restwasser in den Flüssen ein und eine verbindliche Regelung des künstlichen Flutens und Trockenlegens unserer Bäche durch den Schwall/Sunk-Betrieb. Ergänzend zum politischen Engagement steht die Förderung der ökologischen Nutzung der Wasserkraft beispielsweise über das Stromlabel «naturmade star», das für umweltverträglichen Strom steht.

Der Steinbock - Tier des Jahres 2006

Steinbock am Augstmatthorn © Matthias Sorg © Matthias Sorg
Steinbock am Augstmatthorn

Hörner gewunden wie Säbel und Kletterkünste sondergleichen zeichnen das Pro Natura Tier des Jahres 2006 aus. Die imposanten Hörner des Steinbocks – in zerriebener Form bis ins 18. Jahrhundert eine begehrte Arznei – und sein schmackhaftes Fleisch waren jedoch sein Verhängnis: 1809 wurde der zwischenzeitlich letzte Schweizer Steinbock im Wallis erlegt.

Wie das Pro Natura «Wappentier» wieder in die Schweiz zurück fand, liest sich wie ein Krimi. Diese erfolgreiche Wiederansiedlung, die vor genau 100 Jahren ihren Anfang nahm, macht den Steinbock zum Tier des Jahres 2006.

Schon früh hat sich Pro Natura auf politischer Ebene für so genannte Umsiedlungen stark gemacht. Dies geschah nachdem sich die wilden Steinbock-Bestände langsam stabilisiert hatten und bereits wieder in gewissen Gebieten unter Druck des Menschen gerieten. Diese Umsiedlungen waren der eigentliche Grundstein dafür, dass heute Steinböcke nicht nur in einzelnen Gebieten im Gebirge vorkommen, sondern fast überall in den Alpen heimisch sind. Denn Steinböcke meiden natürlicherweise für sie unsichere Gegenden wie Talböden. Dieser Überlebenstrieb hindert die natürliche Ausbreitung einer Steinbock-Kolonie in benachbarte Gebiete.

Die Zauneidechse – Tier des Jahres 2005

Zauneidechse © Pro Natura © Pro Natura
Zauneidechse

Die Zauneidechse ist  ein anspruchsloses, harmloses Tierchen. Ein Platz an der Sonne, ein gutes Versteck, ein ruhiges Winterdomizil: das ist alles, was es braucht. Das findet sie oft dort, wo Wald sanft in Wiese übergeht, an vergessenenen ungenutzten Ecken wie Gruben, Bahndämmen und Trockenwiesen. Doch in einem Land, wo jeder Quadratzentimeter genutzt ist, die Waldränder wie mit dem Lineal gezogen sind und der letzte Bissen Gras gemäht wird, hat die Zauneidechse als Grenzgängerin zwischen Lebensräumen keine Chancen mehr.

Zauneidechsen besiedeln ein weites Spektrum an verschiedenen Lebensräumen: Trockenwiesen, Bahndämme, Böschungen, Gruben, Hecken, naturnahe Gärten, aber auch Flachmoore, Feuchtwiesen und Waldränder. Eine Vorliebe hat sie für südwärts gerichtete Hänge. In ihrem Lebensraum braucht sie vielfältige Strukturen, die über die Vegetation herausragen, damit sie sich sonnen kann. Geeignet sind Holz-, Stein- oder Kieshaufen, Baumstrünke oder liegende Stämme.

Mit verschiedenen Massnahmen kann man die Zauneidechse fördern:

  • An Strassenböschungen und Bahndämmen, zwei wichtigen Ersatzlebensräumen, soll keine Chemie eingesetzt werden. Maschinelle Eingriffe beschränken.
  • Mähen im Spätsommer oder im Winterhalbjahr bei kühler Witterung oder spät im Jahr; auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen das Gras am besten nur einmal schneiden. Altgras kann auch stehen bleiben.
  • Waldränder stufig gestalten mit geschwungenem Verlauf, besonnten Säumen und einer strukturreichen Krautschicht.
  • An geeigneten Stellen besonnte Stein- oder Holzhaufen aufschichten und offen halten.
  • Selbst im Privatgarten kann man mit ähnlichen Massnahmen Zauneidechsen Lebensraum bieten. Im Siedlungsgebiet muss man aber Katzen von Eidechsen-Standorten fernhalten; die Räuber können Reptilienbestände lokal vernichten!

Der Feldhase – Tier des Jahres 2004

Feldhase © Soru Epotok /adobe.stock © Soru Epotok /adobe.stock
Feldhase

Der Feldhase war das Tier des Jahres 2004. Denn sein Niedergang steht für viele Tiere und Pflanzen, die im Landwirtschaftsgebiet leben oder gelebt haben. Als Schirmart ist der Feldhase aber ein besonders wichtiger Zeiger für die Qualität unseres Kulturlandes. Gibt es viele Hasen, ist sein Lebensraum intakt und sichert unzähligen anderen Lebewesen das Überleben. Mit der Rückkehr der Ökologie in die Landwirtschaft bestehen berechtigte Hoffnungen auf ein Comeback des Feldhasen.

Ab 1950 sind die Hasenbestände in der Schweiz eingebrochen. Das sieht man eindrücklich an den Abschusszahlen. Noch 1953 schossen Jäger 75'000 Tiere. 2002 brachten sie noch 2230 Hasen zur Strecke, 1280 Tiere allein im Kanton Graubünden.

Seit 1997 geht es mit dem Hasen in einigen Zählgebieten wieder aufwärts, im Durchschnitt 8 Prozent pro Jahr. Die Forscher sehen die Ursache in der besseren ökologischen Qualität des Lebensraums, die durch ökologische Beiträge des Bundes an Landwirte zustande kamen. Um sicher zu sein, dass der Aufwärtstrend anhält, müssen die Hasenpopulationen weiterhin überwacht werden.

Der Schwalbenschwanz - Tier des Jahres 2003

Der Schwalbenschwanz ist einer der größten und auffälligsten Tagfalter in der Schweiz © Pro Natura © Pro Natura
Der Schwalbenschwanz ist einer der größten und auffälligsten Tagfalter in der Schweiz

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist das Tier des Jahres 2003. Er steht für das Schicksal der meisten Tagfalter in der Schweiz. Sie sind zwar schön, harmlos und populär. Doch viele Schmetterlinge sind aus weiten Teilen unseres Landes verschwunden. Vor allem unter der intensiven Landwirtschaft haben die bunten Flatterer gelitten. Pro Natura will mit dem Tier des Jahres auf dieses Schicksal aufmerksam machen – und startet 2003 eine Kampagne zu Gunsten der Schmetterlinge.

Die Waldameise - Tier des Jahres 2002

Waldameisen bauen auffällige Hügelnester © Pro Natura © Pro Natura
Waldameisen bauen auffällige Hügelnester

Die kleinen Ameisen haben eine grosse Wirkung auf das Ökosystem. Besonders die Waldameisen erfüllen im Wald wichtige Funktionen als «Gesundheitspolizei». Da die Waldameisen für das Ökosystem bedeutend sind, sind sie durch das Gesetz geschützt. Dennoch sind drei der sechs Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die grösste Gefährdung erfolgt durch die Zerstörung der Lebensräume und der Nester.

Der Steinadler - Tier des Jahres 2001

Steinadler im Schweizer Nationalpark © kamera_dstock.adobe © kamera_dstock.adobe
Steinadler im Schweizer Nationalpark

Der Steinadler zeigt, dass nachhaltiger Erfolg im Naturschutz möglich ist. Erst 1953, kurz vor der Ausrottung, stellte der Bundesrat den Raubvogel unter Schutz. Pro Natura - der damalige Schweizerischer Bund für Naturschutz- bezahlte jahrzehntelang Entschädigungen für Adlerschäden an private Schafhalter, um Konflikte zu entschärfen.Vor 50 Jahren beinahe ausgerottet, geht es dem «König der Lüfte» heute gut.

Der Luchs - Tier des Jahres 2000

Der Luchs ist in der Schweiz noch nicht ausser Gefahr © Susanna Meyer / Pro Natura © Beat Hauenstein / Pro Natura
Der Luchs ist in der Schweiz noch nicht ausser Gefahr

Der Luchs ist in der Schweiz noch nicht über den Berg - sowohl buchstäblich wie im übertragenen Sinn.Pro Natura will erreichen, dass Luchse wieder im ganzen Alpenraum eine Heimat finden. Nur so ist gewährleistet, dass die grosse Raubkatze unserer Wälder langfristig in gesunden Beständen überlebt. Pro Natura setzt auf sachliche, spannende Information über den Luchs, um diesem Ziel näherzukommen.

Der Laubfrosch - Tier des Jahres 1999

Auf das der Laubfrosch wieder häufiger wird © Urs Tester / Pro Natura © Urs Tester / Pro Natura
Der Laubfrosch ist selten geworden

Der Laubfrosch ist eine der am stärksten bedrohten Amphibienarten in Europa. In der Schweiz gilt er als stark gefährdet, hauptsächlich aufgrund der grossflächigen Zerstörung von Auengebieten und strukturreicher Feuchtgebiete. Viele der bisherigen Lebensräume können nur mit grossem Pflegeaufwand erhalten bleiben. Pro Natura setzt sich deshalb für die Schaffung von Auen ein.

Der Biber - Tier des Jahres 1998

Der Biber soll wieder heimisch werden in der Schweiz © Beat Hauenstein / Pro Natura © Beat Hauenstein / Pro Natura
Der Biber gehört zur Schweizer Tierwelt

Biber fühlen sich am wohlsten in natürlichen ungestörten Fliessgewässern. Deshalb braucht es mehr natürliche und naturnahe Lebensräume. An aufgewerteten Fliessgewässern fühlt sich nicht nur der Biber wohl, sondern auch Äsche, Eisvogel und viele weitere Tier- und Pflanzenarten. Dazu sind Auen attraktive Erlebnis- und Erholungsräume für den Menschen. Pro Natura macht mit konkreten Projekten den Weg frei für den putzigen Nager.

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