Aufzeichnung Online-Vortrag Tier des Jahres 2026
Leise raschelt es im Laub, eine schwarzglänzende, kleine Nase schnüffelt emsig durch den Garten. Suchend tapst er herum: der Igel. Die nachtaktiven Stachelritter leben mitten unter uns, und doch wissen die wenigsten, wie bedroht sie wirklich sind. Seit 2022 steht der Braunbrustigel auf der Roten Liste der Schweiz als potenziell gefährdet.
Warum ist der Igel bedroht? Und wie können wir den sympathischen Insektenfressern helfen? Das verrät Simon Steinemann, langjähriger Leiter am Igelzentrum an einem faszinierenden Online-Vortrag. Erleben Sie einen Abend voller Igel-Überraschungen, spannender Einblicke in ihr heimliches Leben und jeder Menge Tipps, wie Sie selbst zum Schutz der Tiere beitragen können.
Ein Online-Abend voller faszinierender Einblicke ins Reich der Igel
Begleiten Sie uns auf eine spannende Reise in die Welt der Stacheltiere. Simon Steinemann verrät Ihnen:
- Wie und wo das Tier des Jahres 2026 lebt – und warum Städte und Dörfer heute wichtiger Lebensraum sind, wo Sie ihn antreffen und woran Sie erkennen, ob ein Igel Hilfe braucht
- Was Igel fressen – und warum ein naturnaher Garten ihnen ein reiches Buffett bietet
- Was beim Winterschlaf passiert – und warum Jungigel im Herbst besonders gefährdet sind
- Was die grössten Gefahren sind – von Mährobotern über Strassenverkehr bis zu versiegelten Böden
- Wie Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten – einfach, aber wirkungsvoll
Häufig gestellte Fragen
Es gibt mehrere Gründe dafür. Zunächst stellt sich die Frage: Gibt es in Ihrer unmittelbaren Umgebung überhaupt Igel? Falls nicht, können auch die besten Bedingungen keinen Igel anlocken. Viele Menschen sehen ihren nächtlichen Besuch auch gar nicht gar nicht. Erst wenn Sie eine Nachtsichtkamera installieren, bemerken Sie, wie viele Tiere sich nachts in Ihrem Garten tummeln. Mehr zum Igelfreundlichen Garten erfahren
Ein naturnaher Garten mit einheimischen Sträuchern und Blütenpflanzen fördert das Insektenleben – und damit die Futtertiere des Igels. Sie müssen dabei nicht komplett auf exotische Blühpflanzen verzichten: Ein paar Brennnesseln in der hinteren Gartenecke, feuchte Schattenplätze und Bereiche, die Sie nicht kurz mähen, sind wertvoll. Lassen Sie Material kompostieren und schaffen Sie «wilde Ecken». Das ist keine rechnerische Angelegenheit – es braucht etwas Gespür dafür, wo Sie Rasen kurzhalten und wo Sie absichtlich Unordnung zulassen. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Webseite zu Naturgärten
Der Igel lebt nicht in einem Garten allein. Er nutzt 20 bis 50 Gärten und legt in der Nacht grosse Strecken zurück. Je mehr Gärten mit naturnahem Mosaik aus verschiedenen Pflanzen es gibt, desto besser für die Tiere.
Das ist nicht ganz einfach, weil die Grünflächen rund um Mehrfamilienhäuser oft vom Hausabwart oder der Gartencrew verwaltet werden. Es lohnt sich aber, das Gespräch zu suchen: Fragen Sie höflich, ob es möglich ist, unter Sträuchern Holz liegen zu lassen oder weniger aufwändig zu arbeiten. Hausabwartinnen und Gärtner könnten eigentlich enorm viel für Igel und andere Tiere im Siedlungsgebiet tun. Der Ton macht oft viel aus: Wirken Sie nicht belehrend, sondern offen und interessiert.
Für Schulen gelten ähnliche Prinzipien wie für Privatgärten. Fragen Sie sich: Gibt es einen Schülergarten? Wie sieht das Umfeld aus? Naturnahe Schulräume bieten Platz für viele interessante Tiere. Ob sich gerade ein Igel einstellt und Sie ihn mit den Kindern beobachten können, ist eine schwierigere Frage – immerhin ist der Igel nachts unterwegs. Aber in naturnahen Schulumgebungen gibt es zahlreiche andere faszinierende Tiere zu entdecken. Mehr Informationen zum Naturgarten
Ja, aber mit Bedacht. Wenn möglich, wird ein Igel immer an den Ort zurückgebracht, wo man ihn gefunden hat. In Ausnahmefällen kann er auch an einem anderen Ort freigelassen werden – dann bleibt man aber in der gleichen Region oder sogar im gleichen Ort. Ein Igel aus Basel wird nicht ins Wallis umsiedelt. Die genaue Vorgehensweise hängt von der Jahreszeit und anderen Faktoren ab und sollte mit Fachleuten besprochen werden.
Igel kommen üblicherweise bis etwa 1200 Meter über Meer vor. Es gibt allerdings Ausnahmefälle: Vor zwei Jahren beobachtete man einen Igel auf einem Pass auf 1800 Metern – wahrscheinlich wurde er mit Heu-Transport dorthin verbracht. In Grenzregionen (1300–1400 Meter) ist es schwierig, einen Igel auszuwildern. Er könnte zwar überleben, hätte aber wenig Chancen auf Partnerfindung und würde isoliert bleiben.
Das Wichtigste: Ein wohlgenährter, rundlich aussehender Igel mit einigen vollgesogenen Zecken oder Flöhen muss nicht behandelt werden. Problematisch wird es bei Igeln, die abgemagert sind, husten oder vollgepackt mit Parasiten sind. In solchen Fällen sollten Sie Fachpersonen konsultieren. Wichtig: Verwenden Sie niemals handelsübliche Mittel für Katzen oder Hunde beim Igel – das vertragen die Tiere nicht. Bei Milbenbefall braucht es professionelle Hilfe.
Das Igel-Vorkommen ist in den letzten 25 Jahren massiv gesunken – das wissen wir aus Untersuchungen in Zürich und der Schweiz. Diese Abnahmen decken sich mit internationalen Daten, etwa aus England. In einer aktuellen Zürich-Studie scheint sich dieser Rückgang nun auf tieferem Niveau stabilisiert zu haben. Gute Nachrichten – aber erst eine Wiederholung dieser Untersuchung wird das bestätigen.
Das Positive: In den letzten 15 bis 20 Jahren hat sich viel zum Guten verändert. Mehr Menschen gestalten ihre Gärten naturfreundlich. Gärten sind nicht mehr so aufgeräumt wie früher. Zwar gibt es immer noch «Gärten des Grauens» mit Steinwüsten, doch insgesamt hat sich der verfügbare Lebensraum verbessert. Der Igel braucht weniger Perfektion und mehr Unordnung in unseren Gärten.
Das ist richtig. Der Igel ist (in der Schweiz) ein gesetzlich geschütztes Wildtier. Ein Igel darf deshalb grundsätzlich nur dann in Obhut genommen werden, wenn er Hilfe benötigt. Für Pflegestationen ist ausserdem eine Haltungsbewilligung der zuständigen kantonalen Stelle nötig.
Schwierig! Es ist kaum zu "steuern", welche Wildtiere Ihren Asthaufen als Zuhause annehmen. Allerdings sind Wühlmäuse - die gefürchteten Gartenbesucherinnen - nicht in Asthaufen zuhause! Sie leben unterirdisch und werden in Ihrem Garten auch vorkommen, wenn Sie keinen Asthaufen haben... Eine Anleitung für einen Igel-Ast-Laubhaufen finden Sie hier