Ponts-de-Martel Christoph Oeschger
Neuenburg

Naturschutzgebiet Tourbières des Ponts-de-Martel (NE)

Ein Moor erzählt seine Lebensgeschichte

Die Entstehung eines Hochmoors ist ein langer Prozess, der einige Jahrtausende dauern kann. Viel schneller ist jedoch ein Moor zerstört; sei es durch Torfabbau, Entwässerung oder Nährstoffeintrag. Die Tourbières des Ponts-de-Martel erzählen Ihnen diese Geschichte stellvertretend für fast alle Schweizer Hochmoore.

Wie eine schwarze Mauer zieht sich eine zwei Meter hohe Torfstichkante quer durch die Landschaft. Sie zeugt vom Torfabbau während der beiden Weltkriege, als die Fabriken aus der Region dringend Brennmaterial  brauchten. Torf wurde aber auch später noch als Substrat für den Gartenbau gestochen. Dieser organisierte Abbau von Torf zerstörte die Hochmoore von Ponts-de-Martel innert weniger Jahrzehnte fast vollständig. Heute sind nur noch wenige Hochmoorreste übrig. Diese wechseln sich mosaikartig mit den selten gewordenen Flachmooren ab.

Eigenartige Löcher am Wegesrand

Vom Bahnhof Les Ponts-de-Martel bietet sich eine Rundwanderung durch die weitläufige Moorlandschaft an. Speziell für Jugendliche - und für Junggebliebene - hat Pro Natura entlang des Weges einen Lehrpfad mit Fragen erstellt, zu denen Sie im Moorgebiet spannende Antworten finden. Während einem Abstecher entlang des Bachs Le Bied fallen Ihnen bestimmt die seltsamen Vertiefungen im Boden auf: Diese entstanden durch unterirdische Gewässerströme, die das lösliche Kalkgestein so stark aushöhlten, dass der Boden darüber einsackte. In einer dieser sogenannten Dolinen verschwindet der Bach Le Bied und taucht erst bei Noiraigue, 4 km weiter und 250 Meter tiefer, wieder auf.