Neubausiedlung frisst sich ins Kulturland hinein.

Gute Raumplanung für eine haushälterische Bodennutzung

Die Siedlungsfläche wuchert immer weiter in die Schweiz hinein. Pro Natura setzt sich dafür ein, dass Lebensraum für Mensch und Natur dauerhaft erhalten bleibt.

Unser Land ist klein. Gross aber sind die verschiedenen Bedürfnisse, die auf der beschränkten Fläche befriedigt werden wollen. Um die Lebensqualität in der Schweiz zu erhalten, muss die Flächenutzung gut und vorausschauend geplant werden. Wir wollen für Mensch und Natur ausreichend und attraktiven Raum langfristig sichern.

Nur ein Drittel der Schweiz ist besiedelbare Fläche. Zwanzig Prozent davon sind bereits mit Gebäuden und Verkehrsflächen verbaut. Zwischen 1985 und 2009 ist die Siedlungsfläche um fast einen Viertel gewachsen. Jede Person in der Schweiz beansprucht heute mehr als 400 Quadratmeter Siedlungsfläche, Tendenz zunehmend.

Auch ausserhalb der Bauzonen findet ein Bauboom statt. Gebiete ohne Bauten und Anlagen existieren in der Schweiz praktisch nur noch im Alpenraum. Unsere Landschaften, ein wertvolles Kapital des Landes, werden zersiedelt und verschwinden zusehends unter Beton und Asphalt. Pro Natura will eine Umkehr. Wir fordern eine griffige Raumplanung für die ganze Schweiz, welche mit dem Boden haushälterisch umgeht.

Landschaften pflegen, Tiere und Pflanzen schützen

Ausserhalb der Städte und Agglomerationen finden wir freie, offene Landschaften: Felder, Natur, Wälder. Dabei handelt es sich um sogenannte Nicht-Bauzonen. Die Trennung zwischen Baugebiet und Nichtbaugebiet zählt zu den grundlegenden Prinzipien, die dem Schutz unserer Landschaft dienen. In den letzten Jahren wurde aber auch ausserhalb der Bauzonen rege gebaut. Jedes Jahr kommen dort fast 3000 neue Bauten hinzu. Zahlreiche alte Gebäude werden umgebaut und verlieren ihre ursprüngliche Nutzung. So werden etwa aus alten Scheunen und Ställen neu Ferienwohnungen. Daneben belasten neue Grossbauten die Landschaft, zum Beispiel für die Landwirtschaft oder den Tourismus. Alle diese Bauten erfordern neue Infrastrukturen. Die Bautätigkeit im Nichtbaugebiet zerstückelt und zerstört unsere Landschaften zunehmend. Der Platz für Pflanzen wird knapper, Tiere werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und Menschen finden immer weniger Erholungsräume. Das muss sich jetzt ändern!

Wir wollen den Bauboom ausserhalb der Bauzonen stoppen und Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen sichern. Deshalb lanciert Pro Natura im März 2019 zwei neue Initiativen zum Schutz unserer Landschaften und unserer Biodiversität.

Mehr über die Doppelinitiative erfahren 

Pro Natura

  • verteidigt Natur und Landschaft bei Gesetzesprojekten der Raumplanung (z. B. in Arbeitsgruppen und im Rahmen von Vernehmlassungen)
  • setzt sich ein für eine Begrenzung der Bauzonen und für strenge Regeln beim Bauen ausserhalb der Bauzonen
  • führt das «Netzwerk Raumplanung» an, welches Organisationen für eine haushälterische Bodennutzung vereint
  • hatte die Führung bei der Landschaftsinitiative (Eigenössische Volksinitiative «Raum für Mensch und Natur») und bei der Abstimmung zum Raumplanungsgesetz 2013