Zauneidechse © Egon Knapp

Im Garten: Vier Tipps für Reptilien-Wohlfühloasen

Möchten Sie Eidechsen im eigenen Garten beobachten? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Wohlfühloasen für Reptilien anlegen und welche drei Grundregeln Sie beachten sollten.

Asthaufen, Steinwälle und Steinhaufen bilden wertvolle Lebensräume für Reptilien. Legen Sie zusätzlich eine Sandlinse zum Eierlegen, einen Krautstreifen oder eine Wiese mit offenen Bodenstellen zum Schutz vor Greifvögeln und als Jagdplatz an. So bieten Sie den Reptilien ein wahres Wohnparadies.

Drei Grundregeln für die Wohlfühloasen 

Bevor Sie loslegen, prüfen Sie bitte, ob Sie an Ihrem gewählten Standort die Grundregeln einhalten können: 

  1. Auf Pestizide verzichten: Verzichten Sie auf Pestizide im Garten. Diese schädigen Reptilien und andere Tiere direkt und vergiften ihre Nahrungsgrundlagen. Eidechsen vertilgen haufenweise Insekten und einzelne Schlangenarten wie Nattern verspeisen gerne auch kleine Nager. So halten sich die verschiedenen Tiere in einem natürlichen Gleichgewicht. 
  2. Keine Hauskatzen: Die grösste Bedrohung im Garten ist die Hauskatze. Schützen Sie Sonnenplätze und Kleinstrukturen mit einzelnen Dornenästen oder vertrockneten Brombeerranken. 
  3. Ruhiger, sonniger Standort: Reptilien sind sehr schreckhaft. Bitte stellen Sie sicher, dass dieser Teil des Gartens ungestört bleibt. Die Körpertemperatur der Reptilien passt sich der Umgebung an. Die Tiere benötigen gut besonnte, warme Standorte.  

Tipp 1: Asthaufen für Blindschleichen

Grafik eines optimalen Asthaufen für Reptilien © Friederike Brüssow © Friederike Brüssow
Asthaufen mit Dornenranken als Schutzschild gegen Katzen

Reptilien mögen warme und sichere Verstecke. Asthaufen aus Ästen, Laub und Schnittgut sind beliebte Rückzugsorte. Gerade Blindschleichen geniessen hier sehr gerne die Wärme – nicht nur von der Sonne, sondern auch von den sich langsam zersetzenden Pflanzen.  

Ein Wohnparadies im Asthaufen ist rasch erstellt:  

  • Suchen Sie einen Standort mit möglichst viel Sonne.  
  • Schichten Sie mindestens einen halben Kubikmeter Material auf. Ideal sind grobes Holz und Äste von unterschiedlichem Durchmesser, aber auch Laub und Schnittgut. 
  • Ergänzen Sie den Holzhaufen, wenn vorhanden, mit einzelnen Wurzelstöcken. Schichten Sie als letztes einzelne Dornen-Ranken darüber. Dies hält neugierige Katzen ab. 

Tipp 2: Eiablageplatz für Ringelnattern

Sie haben Ringelnattern in Ihrem Garten? Bauen Sie ihnen einen sicheren Eiablageplatz. Alles, was Sie brauchen, ist einen wind- und hochwassergeschützten, sonnigen Standort und Material aus Ihrem Garten: Kompost, Schnittgut, Laub, Äste, sogar Mist und Sägemehl können Sie verwenden. 

Sammeln: Sammeln Sie Material für einen Haufen von mind. 2 m3 Volumen. Es gilt die Regel «Je grösser desto besser» und «je mehr desto besser». Wenn Sie viel Land zur Verfügung haben, können Sie mehrere Eiablageplätze anlegen.

Schichten: Schichten Sie das vorbereitete Material zu einem Haufen. Variieren Sie die Materialien und lockern Sie feines Schnittgut mit Zweigen auf. So entsteht ein vielseitiges Feuchte- und Temperaturangebot. 

Pflegen: Ergänzen Sie den Eiablageplatz jährlich mit neuem Material, das Sie oben aufschichten ohne den Haufen zu stören. Prüfen Sie, ob der Standort noch sonnig genug ist. Wenn Sie den Haufen entfernen wollen, machen Sie dies am besten zwischen April und Mai. 

Tipp 3: Steinhaufen oder Steinwall für Eidechsen

Steinwall © Andrea Haslinger © Andrea Haslinger
Optimaler Steinwall mit einem Mix von grossen und kleineren Steinen. Dadurch entstehen viele Hohlräume. Da es keine Hauskatzen in der Nähe gibt, wurde hier auf die schützende Dornenschicht verzichtet.

Reptilien passen Ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Darum lieben sie warme Steine besonders. Hier tanken die Tiere Wärme – und sind bei Gefahr erst noch in unmittelbarer Nähe eines guten Verstecks.

Bitte beachten Sie folgende Tipps:

  • Entfernen Sie die oberste Vegetationsschicht. Wählen Sie verschieden grosse Steine aus. Vier von fünf Steinen brauchen einen Durchmesser von 20-40 cm. Damit kreieren Sie ideale Zwischenräume für die Reptilien. 
  • Benutzen Sie bitte nur Steine aus der Umgebung.  
  • Schichten Sie die Steine zu einem Haufen. Legen Sie am Schluss einige Dornenzweige darüber als Schutz vor Hauskatzen.  
  • Für Steinstrukturen bis 120 cm Höhe benötigen Sie in der Regel keine Baugenehmigung. Setzen Sie den Besitzer oder die Besitzerin des Grundstücks bitte trotzdem vorgängig in Kenntnis. Einige Gemeinden lassen auch nur 1m hohe Kleinstrukturen zu. Bitte informieren Sie sich vorher.  

Auch Trockenmauern erfüllen dieselbe Funktion wie Steinhaufen und Steinlinsen. Lassen Sie sich dafür von einer Fachperson beraten. 

Grafik eines optimalen Steinwalls für Reptilien © Friederike Brüssow © Friederike Brüssow
Optimales Winterversteck – die grosse Grube mit Drainage und genügend Zwischenräumen bietet einen frostsicheren Platz für unterschiedlichste Reptilien.

Steinwälle selber gestalten

Reptilien brauchen für ihre Winterruhe sichere und frostgeschützte Verstecke. So gehen Sie vor: 

  1. Entfernen Sie die Vegetationsschicht und die oberste Humusschicht. Die dunklere Erdschicht können Sie kompostieren und dann im Gemüsegarten verwenden. Graben Sie ein grosses Loch – Mindestens 80 cm tief und 2 m3 gross. Mit dieser Tiefe sorgen Sie für den nötigen Schutz vor Frost. 
  2. Bedecken Sie den Boden mit einer Drainageschicht aus Sand oder feinem Kies, damit das Regenwasser gut abfliessen kann. 
  3. Füllen Sie die Grube mit unterschiedlich grossen Steinen aus der Umgebung. Der ideale Durchmesser liegt zwischen 20-40 cm. Entfernen Sie bitte keine Steine von bestehenden Steinhaufen, sonst zerstören Sie bestehende Lebensräume. 
  4. Häufeln Sie das Aushubmaterial auf der Nordseite des Steinhaufens an. Der südexponierte Teil des Steinwalls sollte unbedingt offenbleiben, ohne Erde und ohne Bewuchs. 

Sie können diesen Steinwall auch am Hang bauen. Bitte achten Sie dabei speziell auf eine gute Drainage, damit das Regenwasser gut abfliessen kann und die Zwischenräume der Steine nicht mit Erde aufgefüllt werden.

Tipp 4: Sandlinse mit Krautstreifen für Eidechsen

Krautschicht und Sandgrube © Friederike Brüssow © Friederike Brüssow
Eine kleine Sandgrube für den Nachwuchs der Reptilien mit einem angrenzenden mindestens 50cm breiten Krautstreifen zum Schutz vor hungrigen Raubvögeln

Eidechsen legen ihre Eier gerne in sandigem Kies an sonnigen Standorten. Planen Sie bei den oben erwähnten Stein- und Asthaufen einen Sandlinse und einen Krautstreifen ein. Die Sandlinse sollte mindestens 50 cm breit und ca. 35 cm tief werden. Zusätzlich braucht es eine Drainage – sonst stehen die Nester bei starkem Regen bald unter Wasser. Füllen Sie ca. 5 cm Kies in die Grube. Je kleiner die Sandlinse ist, desto rascher wird sie zuwachsen. 

Sandlinse richtig anlegen

Wenn Sie einen Kiesweg haben: Sorgen Sie für etwas Sandfläche am Rand. Gerne nutzen die Reptilien auch begrünte Flachdächer mit offenen Kiesstellen oder lückige, magere Wiesen. 

Zum Schutz vor Raubvögeln bewegen sich Reptilien gerne unter einer dichten Krautschicht. Mit einem mindestens 50 cm breiten Streifen aus Wildpflanzen geben sie den flinken Tieren die nötige Deckung. Mähen Sie den Krautstreifen nur einmal jährlich im Herbst. 

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