Stellungnahme von Pro Natura zum Artikel von CH Media
Pro Natura nimmt Kritik ernst. Gleichzeitig ist es uns wichtig, sachlich falsche oder irreführende Darstellungen zu korrigieren. Unsere Organisation ist fachlich, finanziell und strategisch solide aufgestellt. Der Beitrag enthält mehrere sachliche Fehler, irreführende Zuspitzungen und Verknüpfungen, die der tatsächlichen Situation bei Pro Natura nicht gerecht werden.
Pro Natura ist in den vergangenen Jahren gewachsen und hat sich organisatorisch weiterentwickelt. Das ist sowohl für die Natur in der Schweiz wie auch Pro Natura als Organisation erfreulich. Legate und Erbschaften leisten dazu einen wichtigen Beitrag und sind für eine auf Spenden angewiesene Non-Profit-Organisation eine sehr geschätzte Unterstützung. Entscheidend ist, solche Mittel sorgfältig, verantwortungsvoll und im Einklang mit den strategischen Vorgaben einzusetzen. Genau diesen Weg verfolgt Pro Natura: mit einer vorausschauenden Finanzplanung, klaren Prioritäten und einer engen Begleitung des organisatorischen Wachstums.
Zewo Richtlinien eingehalten
Nicht korrekt ist die Darstellung, Pro Natura habe gegen Zewo-Richtlinien verstossen. Richtig ist: Im Rahmen der normalen, alle vier Jahre stattfindenden Rezertifizierung stand Pro Natura zur Weiterentwicklung der Reserven mit Zewo im Austausch und diese hat die bereits vom Vorstand beschlossenen Finanzplanung begrüsst. Daraus einen Regelverstoss abzuleiten, ist falsch und irreführend.
Erbschaften sind wichtige Unterstützung
Die Formulierung «gefährliche Erbschaft» ist sachlich nicht haltbar. Die erwähnte Erbschaft war für Pro Natura zu keinem Zeitpunkt gefährlich. Legate und Erbschaften sind für eine gemeinnützige Organisation wie Pro Natura eine wichtige und sehr geschätzte Unterstützung. Der im Titel der Online-Publikation «Schweiz heute» hergestellte Zusammenhang vermittelt deshalb ein falsches Bild.
Herausforderungen in der Organisationsentwicklung
Das Wachstum der Organisation bringt Herausforderungen mit sich. Daraus abzuleiten, Pro Natura als Ganzes befinde sich in einer Krise, ist falsch. Der Artikel stützt sich dabei stark auf einzelne Einschätzungen, die sich aus schwierigen Situationen und individuellen Fällen ergeben haben. Daraus leitet er ein Gesamtbild ab, das der Realität der Organisation und der Wahrnehmung eines grossen Teils der Mitarbeitenden nicht entspricht. Wir stehen mit den betroffenen Mitarbeitenden im Dialog, lernen mit jeder Herausforderung dazu und entwickeln uns ständig weiter.
Biodiversitätsinitiative war von langer Hand geplant
Die Herleitung der Biodiversitätsinitiative ist im Artikel falsch dargestellt. Die Idee zur Initiative entstand nicht 2019 aus dem Momentum der Klimastreiks. Der politische Anlass und die Vorarbeiten reichen deutlich weiter zurück. Sie standen im Zusammenhang mit dem seit Jahren ausgewiesenen Handlungsbedarf beim Schutz der Biodiversität sowie mit den wiederholten politischen Angriffen auf das Natur- und Heimatschutzgesetz und der bereits 2012 eingereichten Motion Eder.
Pro Natura hat gegenüber CH Media die verschiedenen Punkte erläutert und richtiggestellt. Die Redaktion wurde aufgefordert, die aus unserer Sicht gravierendsten Punkte umgehend anzupassen. Das wurde leider abgelehnt.
Pro Natura entwickelt sich weiter und nimmt dabei kritische Rückmeldungen ernst. Pro Natura bleibt fachlich, finanziell und strategisch solide aufgestellt. Dank der Unterstützung unserer Mitglieder, Mitarbeitenden, Sektionen und Partner setzen wir uns weiterhin mit voller Kraft, hoher Expertise und grosser Überzeugung für den Schutz der Natur in der Schweiz ein.