Wir zertifizieren Ihren Naturgarten
Für wen ist die Zertifizierung?
Die kostenlose Zertifizierung richtet sich an Menschen, die bereits über einen Naturgarten verfügen und damit aktiv einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Um einzuschätzen, ob Ihr Garten bereits den strengen Kriterien von Pro Natura entspricht, lesen Sie bitte unsere Voraussetzungen für eine Zertifizierung.
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Pro Natura
Unser:e Zertifizierer:in wird gemeinsam mit Ihnen den Garten besichtigen und anhand einer Checkliste die naturnahen Elemente begutachten. Dabei haben Sie die Möglichkeit, Fragen zu Ihrem Naturgarten zu stellen. Der Zertifizierungsbesuch dauert rund eine Stunde. Je nach erreichter Punktezahl zeichnen wir Ihren Naturgarten mit einem bis drei Schmetterlingen aus. Sie erhalten das Resultat sowie allenfalls weitere Unterlagen nach dem Gartenbesuch per E-Mail. Im Oktober verschicken wir die Plakette für den Schmetterlingsgarten.
Beim Gartenbesuch begutachtet eine Fachperson die Artenvielfalt der naturnahen Lebensräume in Ihrem Naturgarten. Zusätzliche Punkte gibt es für naturfördernde Elemente wie Kleinstrukturen, Gebäudebegrünungen, Nisthilfen und Blüten im Gemüsegarten. Weitere Punkte werden in den Bereichen Pflege, Beleuchtung, Fallen, Vernetzung, Wassernutzung, Versiegelung, Innovation und Sensibilisierung vergeben.
Für eine Zertifizierung anmelden
Aktuell nehmen wir keine neuen Beratungs- und Zertifizierungsanfragen mehr entgegen. Ab März 2026 lancieren wir das Projekt schweizweit. Wir freuen uns auf Ihre Anfragen im Frühling.
Was sind die Voraussetzungen für eine Zertifizierung?
Die Voraussetzungen stellen sicher, dass alle zertifizierten Gärten Naturgärten im Sinne von Pro Natura sind. Um sich für sich für eine Zertifizierung anzumelden, müssen Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:
Sie gestalten eine möglichst grosse Fläche naturnah
Mindestens zwei Drittel Ihres Aussenraums sind ein Naturgarten. In diesem gedeihen naturnahe Lebensräume. Als naturnahe Lebensräume zählen wir: einheimische Bäume, Wildhecke, Krautsaum, Wiese, Ruderalfläche, unversiegelte Wege und Plätze, Wasserelemente wie Tümpel und Sumpfbeet, Kleinstrukturen. Wenn Sie sich unsicher sind, wie diese Lebensräume aussehen, finden Sie hier weitere Infos. Nicht zum Naturgarten zählen Rasen oder Blumenrasen, der Gemüsegarten und ein Blumenbeet.
Sie verwenden vorwiegend einheimische Wildpflanzen
Mindestens drei Viertel der Pflanzen in den naturnahen Lebensräumen sind einheimische Wildpflanzen. Eine Übersicht über heimische Bäume, Sträucher und Stauden finden Sie hier. Tiere und Pflanzen haben sich über Jahrhunderte gemeinsam entwickelt und stehen in enger Beziehung zueinander und zu ihrer Umgebung. Sie gehören zusammen wie Schlüssel und Schloss. Wenn Sie vorwiegend einheimische Wildpflanzen verwenden, laden Sie damit gleichzeitig einheimische Tiere in den Garten ein.
Sie verzichten auf invasive Neophyten
Als Neophyten bezeichnet man jene Pflanzen, die Menschen seit der Entdeckung Amerikas 1492 gezielt oder zufällig in fremde Gebiete entführten. Einige dieser fremden Pflanzen breiten sich so stark aus, dass sie einheimische Arten verdrängen – sie verhalten sich „invasiv“. Zu ihnen gehören auch weit verbreitete Pflanzen wie der Sommerflieder oder der Kirschloorbeer. In vielen Gärten blühen diese nicht-einheimischen Pflanzen. Sie können sich von dort unkontrolliert in die Landschaft verbreiten. In einem Naturgarten haben invasive Neophyten keinen Platz.
Sie verwenden keine Pestizide und Kunstdünger
Menschen, die naturnah gärtnern, verzichten auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger. Als Pestizide (auch von Schneckenkörnern) werden viele unterschiedliche chemisch-synthetische Stoffe und Stoffkombinationen bezeichnet, die giftig auf unerwünschte Organismen (Tiere und Pflanzen) wirken. Durch gesunde und standortgerecht ausgewählte Pflanzen können wir Pflanzenkrankheiten vorbeugen und Umweltbelastungen vermeiden. In einem naturnahen Garten herrscht ein ökologisches Gleichgewicht zwischen sogenannten Schädlingen und Nützlingen. Was stört, wird mechanisch oder mit natürlichen Mitteln entfernt oder bekämpft.
Sie verwenden keine torfhaltigen Produkte
Durch den Torfabbau werden Moore unwiederbringlich zerstört – heute vor allem im Ausland. Die im Moor lebenden seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Jede und jeder von uns kann durch die Verwendung von torffreien Produkten zur Erhaltung von Mooren beitragen und damit die Natur wirksam schützen.
Häufig gestellte Fragen
Sie können sich bis Ende Mai für eine Zertifizierung anmelden. Terminvereinbarungen erfolgen erst ab Juni, wenn das Anmeldefenster geschlossen wurde. Daher bitten wir Sie um ein wenig Geduld. Die Gartenbesuche finden zwischen Juni und Ende August statt.
Eine Zertifizierung von Pro Natura zeigt: In diesem Garten wird die Artenvielfalt aktiv gefördert. Wir wissen, dass es viele verschiedene Vorstellungen davon gibt, was ein Naturgarten sein kann und wir schätzen jedes Engagement für mehr Natur im Garten. Die Anforderungen für eine Zertifizierung durch Pro Natura sind bewusst hoch gesetzt. Wir würdigen damit den oft langjährigen Einsatz engagierter Gartenbesitzer:innen und zeigen gleichzeitig, wofür Pro Natura steht. Gartenbesitzer:innen, welche die hohen Anforderungen noch nicht erfüllen, unterstützen wir auf ihrem Weg zu mehr Natur im Garten durch Gartenberatungen, Anleitungen und Hintergrundwissen.
Wir nennen die von Pro Natura zertifizierten Naturgärten Schmetterlingsgärten. Der Schmetterling steht symbolisch für die Vielfalt an Lebewesen in diesen Gärten.
Die Plakette für Schmetterlingsgärten zeigt je nach Zertifizierungsresultat einen, zwei oder drei Schmetterlinge. Drei Schmetterlinge zeichnen Naturgärten aus, welche besonders naturnah gestaltet sind.
Mit einer Zertifizierung erhalten Sie eine Einschätzung zu Ihrer Arbeit und weitere Tipps. Mit einer Plakette machen Sie Ihren Beitrag zur Naturförderung sichtbar. Sie haben Ihren Garten bereits einmal zertifizieren lassen? Wenn Sie seither weitere Massnahmen für die Natur realisiert haben, können Sie sich gerne erneut anmelden.
Wenn Ihr Garten mit zwei oder drei Schmetterlingen ausgezeichnet wurde, schicken wir Ihnen nach der Zertifizierung ein Anmeldeformular per E-Mail zu, mit dem Sie sich als Offener Schmetterlingsgarten registrieren können. Damit erklären Sie sich bereit, Ihren Naturgarten an ausgewählten Terminen zur Besichtigung zur Verfügung zu stellen. Wenn wir Ihnen erneut einen Link schicken sollen, können Sie sich bei @email melden.