Pärke - Chance für Mensch und Natur

Natürliche Wälder, unverbaute Flussläufe, kaum berührte Täler und ursprüngliche Bergdörfer. Solche Landschaften sind in Mitteleuropa selten geworden - auch in der dicht besiedelten und intensiv genutzten Schweiz. Daher sind solche Landschaften besonders wertvolle Perlen: Sie stiften Identität, bieten Freiraum für die Natur und sind das grösste Kapital für die wirtschaftliche Entwicklung der betreffenden Regionen. Es ist wichtig, diese Naturräume für heutige und für kommende Generationen zu erhalten. Aber wie? Eine zukunftsorientierte Möglichkeit, die Naturförderung und regionalwirtschaftliche Entwicklung geschickt verbindet, ist die Schaffung von Pärken.

 

Parktypen

Die Schweiz kennt drei Parktypen, welche im Natur- und Heimatschutzgesetz definiert werden:

 

  • Ein «Regionaler Naturpark»ist ein teilweise bewohntes ländliches Gebiet mit schönen Natur- und Kulturlandschaften. Der Park verbindet Natur, Kultur und eine nachhaltige Entwicklung der regionalen Wirtschaft.
  • Ein «Nationalpark»besteht aus zwei Zonen: Einer Kern- und einer Umgebungszone. Die Kernzone bietet der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt unberührte Lebensräume, die Umgebungszone ist bewohnt und einem Regionalen Naturpark ähnlich.
  • Ein «Naturerlebnispark»ist ein Gebiet, das in einer dicht besiedelten Region liegt. Wie der Nationalpark verfügt er über eine Kernzone mit unberührten Naturräumen. Dieser Parktyp dient aber insbesondere der didaktischen Vermittlung von Naturerlebnissen für die städtische Bevölkerung.

 

Ringen um die gesetzlichen Grundlagen

Im Parlament leiteten 1998 erste Vorstösse die Diskussion um neue grosse Schutzgebiete ein, darunter einer von Silva Semadeni, der heutigen Pro Natura Präsidentin. Das zuständige Bundesamt arbeitete in der Folge eine Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) mit einem neuen Kapitel über Pärke von nationaler Bedeutung aus. Der Bundesrat schickte diese 2003 in die Vernehmlassung. Im Oktober 2006 verabschiedete das Parlament das revidierte Gesetz. Ende 2007 folgte die Pärkeverordnung. Neue Pärke hatten endlich eine gesetzliche Grundlage - wenn auch keine so strikte, wie Pro Natura sie sich gewünscht hätte. 

 

Netzwerk Schweizer Pärke - Alles unter einem Dach

Im Mai 2007 gründeten 19 Parkprojekte auf dem Chasseral den Verein «Netzwerk Schweizer Pärke». Das Netzwerk ist eine Art «Dachverband», der die Interessen seiner Mitglieder wahrnimmt und sie bei Errichtung und Qualitätssicherung unterstützt. Pro Natura hat wesentlich zur Schaffung dieses heute erfolgreichen Netzwerks beigetragen.