Echte Zaunwinde ( © Saxifraga / Ed Stikvoort)

Echt stark: Echte Zaunwinde

04.07.2019

Des einen Freud ist der anderen Leid. Die Zaunwinde gehört zu den gefürchtetsten Wildkräutern des Hausgartens. Schön ist sie trotzdem.

Die weissen, trichterförmigen Blüten der Echten Zaunwinde (Calystegia sepium) sind von bezaubernder Schönheit. Verbreiten sich die wurzelähnlichen unterirdischen Sprossenachsen (Rhizome) einmal, bringt man die Zaunwinde kaum mehr zum Verschwinden, da diese Rhizome tief in den Boden hinab reichen.

Zum Fressen gern

Wer Kleintiere hält, wird Zaunwinden im Garten vielleicht tolerieren. Schildkröten zum Beispiel mögen die wüchsige Pflanze. Für sie ist sie eine Delikatesse. Auch Kaninchenzüchtende sind von der rankigen Pflanze angetan, hilft sie doch ihren Lieblingen bei Verdauungsproblemen.

Früher wurde der bittere Saft der Zaunwinde auch gegen Magen- und Darmkatarrh oder Lungenkrankheiten angewendet. Dem Samen wird sogar eine halluzinogene Wirkung nachgesagt.

Weit verbreitet

Die Echte Zaunwinde bildet bis 3 m lange grüne Triebe, die sich im Gegenuhrzeigersinn hochwinden. Ihre Blätter sind herz- oder pfeilförmig, die weissen Blüten erreichen rund 6 cm Durchmesser. In der Schweiz wächst die Zaunwinde fast überall in Hecken oder dichtem Gebüsch, weltweit in gemässigten bis subtropischen Gebieten.

Übrigens: Chinesinnen und Chinesen kultivieren unser «Unkraut», kochen die stärke- und zuckerreichen Rhizome und servieren sie zu Reis.