Die Kanadische Goldrute blüht im August und September unübersehbar an allen Ecken und Enden.

Invasive, gebietsfremde Arten

Lange unterschätzt, stellen invasive gebietsfremde Arten eine der grössten Bedrohungen für die Biodiversität dar. Sie können einheimische Arten verdrängen, zu Gesundheitsproblemen beim Menschen und zu ökonomischen Schäden führen.

Die Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt in unserem Land ist in ständigem Wandel begriffen. Die Verbreitung von Arten verändert sich und passt sich neuen Verhältnissen an. Mit dem weltweiten Handel und der globalen Mobilität transportiert der Mensch vermehrt Arten absichtlich oder unabsichtlich über natürliche Verbreitungsgrenzen hinweg.

Die Mehrheit dieser gebietsfremden Arten hat sich gut in unsere Umwelt integriert (z.B. die Rosskastanie). Einige wenige verdrängen aber in ihrer neuen Heimat die heimische Tier- und Pflanzenwelt und werden daher als «invasiv» bezeichnet.

Invasive gebietsfremde Arten bedrohen damit unsere biologische Vielfalt. Sie können aber auch Krankheiten einschleppen, sich negativ auf die Gesundheit von Menschen auswirken (Allergien) und Infrastrukturen beschädigen.

Invasive, gebietsfremde Pflanzen (Neophyten)

Die Schweizer Flora zählt heute gegen 600 gebietsfremde Pflanzen, sogenannte Neophyten. Von diesen verhalten sich 10 % invasiv, so etwa der Japan-Knöterich oder die Kanadische Goldrute.

Invasive, gebietsfremde Tiere (Neozoen)

Etwa eine von 1000 neu eingebrachten Tierarten, sogenannte Neozoen, verhält sich in der Schweiz invasiv. Derzeit gibt es in der Schweiz und im angrenzenden Ausland rund fünfzig invasive Neozoen. Dazu gehören zum Beispiel der Asiatische Marienkäfer oder die Rotwangenschildkröte.

Die Samen des  Drüsigen Springkrauts werden mit dem Wasser weit verteilt © Matthias Sorg © Matthias Sorg
Die Samen des Drüsigen Springkrauts werden mit dem Wasser weit verteilt

Pro Natura fordert vorbeugende Massnahmen

Wenn sich invasive gebietsfremde Arten in grosser Zahl ausbreiten, wird jede Abhilfe aufwändig und manchmal sogar wirkungslos. Vorbeugen ist deshalb die bessere Lösung als den Problemen hinterherzurennen. Zum Beispiel:

  • In Gärten und Parks auf einheimische Pflanzen setzen.
  • Keine Haustiere wie Goldfische, Schildkröten, Streifenhörnchen aussetzen
  • Keine invasiven gebietsfremden Arten importieren.

Gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind durch invasive gebietsfremde Arten zusätzlich bedroht. Deshalb setzt Pro Natura unter anderem folgende Massnahmen um:

Freiwilliger am jäten des Drüsigen Springkrauts © Urs Tester
Zahlreiche Freiwillige von Pro Natura beteiligen sich an der manuellen Bekämpfung von invasiven Neophyten

Gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind durch invasive gebietsfremde Arten zusätzlich bedroht. Deshalb setzt Pro Natura unter anderem folgende Massnahmen um:

  • Wir entfernen invasive gebietsfremde Arten in den eigenen Schutzgebieten (z.B. die Kanadische Goldrute in Flachmooren).
  • Wir informieren darüber, wie Schäden an der Biodiversität durch invasive gebietsfremde Arten reduziert werden können. 
  • Wir informieren über Alternativen zu invasiven gebietsfremden Arten im Garten. 
  • In der politischen Arbeit fordert Pro Natura die rasche und konsequente Umsetzung der Strategie des Bundes zu den invasiven gebietsfremden Arten.

Das könnte sie auch interessieren