Mann am Fischen © Alexander Rochau / Fotolia

Jagd und Fischerei in der Schweiz

Eine nachhaltige und zeitgemässe Jagd und Fischerei fördert die heimische Tier- und Pflanzenwelt in unserer Kulturlandschaft. Dafür engagieren wir uns auf verschiedenen Ebenen. Unser Engagement wird aktuell besonders bei der laufenden Revision des Jagd- und Schutzgesetzes (JSG) benötigt, die in dieser Form geschützte Wildtiere gefährdet statt sie zu schützen.

Wildtiere sind unsere Nachbarn und teilen mit uns den Lebensraum. Das Vordringen des Menschen in alle Landesteile und die zunehmende technische Überlegenheit erhöhte in der Vergangenheit den Druck auf Wildtiere. In der Folge wurden einige Arten ausgerottet. Die Rückkehr von Rothirsch, Reh oder Wolf ist ein gutes Zeichen. Denn Wildtiere erobern nur jene Lebensräume zurück, in denen sie geeignete Bedingungen vorfinden.
Im Zusammenleben mit Wildtieren kann es zu Nutzungskonflikten kommen. Dann wird schnell der Ruf nach Abschüssen laut. Pro Natura setzt sich dafür ein, dass Konflikte nicht einseitig auf Kosten der Tiere gelöst werden. Diese Gefahr nimmt aktuell wieder zu, denn das Parlament diskutiert eine Anpassung des Jagd- und Schutzgesetzes (JSG). Der Entwurf gefährdet die einheimischen Wildtiere. Es droht eine massive Abwertung des Artenschutzes. Pro Natura setzt sich vehement für ein ausgewogenes Jagd- und Schutzgesetz ein. 

Wir stehen ein für eine tier- und naturfreundliche Jagd

Aus Achtung vor dem Leben und aus Rücksicht auf die Ökosysteme fordert Pro Natura eine Jagd, die zu Natur und Tier Sorge trägt:

  • Wildtiere werden mit ihren Ansprüchen als Bestandteil unserer Umwelt respektiert.
  • Die Jagd darf Tierarten in ihrer Verbreitung nicht gefährden und Lebensräume nicht beeinträchtigen.
  • Es bestehen fachliche Zielsetzungen für jagdliche Massnahmen. «Bestandesregulierung» als allgemeine Begründung der Jagd lehnt Pro Natura ab.
  • Jagende und Jagdbehörden pflegen ein modernes Verständnis fleischfressender Tierarten: Beutegreifer werden nicht als «Konkurrenten» bekämpft, sondern ihr Einfluss wird bei der Jagdplanung mitberücksichtigt.

Pro Natura anerkennt, dass die Jagd auf diese Zielsetzungen hin deutlich verbessert wurde. Wir setzen uns dafür ein, dass bereits für die Natur und Tierwelt Erreichtes auch beibehalten wird. Wir streben gemeinsam mit Jagdbehörden, Jagdverbänden sowie Jägerinnen und Jägern den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt an.

Schutz der Fische: Engagement an vielen Fronten

Die Fischbestände sind durch Verbauung der Fliessgewässer, Schadstoffe und das Vordringen eingeschleppter Arten in Bedrängnis. Pro Natura setzt sich für Schutz und Wiederherstellung der Fischlebensräume ein. Eine nachhaltige Fischerei garantiert den Erhalt der befischten Bestände und Lebensräume. Auch fischfressende Vögel haben ihre Daseinsberechtigung. Nutzungskonflikte mit Kormoran, Gänsesäger und Co. können nicht mit dem Gewehr «gelöst» werden. 

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