Wanderziegen auf dem Weg © Elisabeth Kuehn

Ohne Gemecker: Wanderziegen fördern die Artenvielfalt

Rund 200 Tiere beweiden in den Kantonen Uri und Graubünden verschiedene Trockenstandorte. Der Einsatz dieser Wanderziegenherde reduziert die Verbuschung von wertvollen Trockenstandorten im Alpenraum.

Seit 1900 verschwinden im Schweizer Berggebiet Hunderte von Hektaren der kargen, aber sehr artenreichen Trockenwiesen und –weiden. Die steilen Flächen werden oft nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Sie wachsen mit Büschen und Bäumen zu. Die Artenvielfalt auf diesen Flächen nimmt dadurch ab. Jetzt setzt Pro Natura in ausgesuchten Trockenstandorten eine Wanderziegenherde ein. Die Ziegen knabbern an den aufkommenden Gehölzen und drängen sie so zurück.

Verlust der Trockenwiesen und –weiden zwischen 1900 und 2010

Trockenwiesen und -weiden im Jahr 2010
Trockenwiesen und -weiden im Jahr 1900
Quelle und Copyright: Lachat, T., D. Pauli, Y. Gonseth, G. Klaus, C. Scheidegger, P. Vittoz, and T. Walter. 2010. Wandel der Biodiversität in der Schweiz seit 1900. Ist die Talsohle erreicht? Bristol-Stiftung, Zürich; Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, Zürich.

Ziegen – Meisterinnen im Entbuschen

Zwischen April und Oktober ist die Ziegenherde in mehreren verbuschten Trockenstandorten unterwegs – und zwar vom Churer Rheintal bis zum Fusse des Furkapasses. Die Herde wandert mit der Vegetationsentwicklung mit und entbuscht so die Trockenstandorte. In dieser Zeit betreuen Hirten die Tiere Tag und Nacht. Mit der mobilen Wanderziegenherde erprobt Pro Natura neue Wege zur Förderung der Artenvielfalt im Alpenraum.

Wir realisieren dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Landwirten vor Ort. Die Wanderziegenherde wird zudem von den Naturschutzfachstellen der Kantone Uri und Graubünden, sowie dem Bundesamt für Umwelt unterstützt.

Einblicke in das Leben der Wanderziegenherde