Mehr Platz für Schmetterlinge!

Der Niedergang der Schmetterlinge ist besonders augenfällig. Keine andere Tiergruppe hat in den letzten Jahrzehnten so grosse Einbussen erlitten wie die Tagfalter. Pro Natura hat mit ihrer abgeschlossenen Kampagne «Mehr Platz für Schmetterlinge» (2003-2005) den Grundstein dafür gelegt, dass es mit den bunten Sommerboten in unserem Land wieder aufwärts geht.

 

Um die Tagfalter steht es schlecht. 1994 standen 113 von 196 Arten auf der Roten Liste. Seit 2002 benötigen 56 Tagfalterarten (29%) ein Schutzprogramm, um zu überleben. Viele, früher weit verbreitete Arten sind selten geworden oder gar akut bedroht. Zu schaffen macht den zarten Flatterern die Zerstörung der Lebensräume. Moore, lichte Wälder und Auen sind verschwunden. Die Landwirtschaft ist viel zu intensiv. Das Mittelland ist eine Agrarwüste, zerschnitten von Siedlungsbrei und Verkehrswegen. Gärten und Parks mit exotischem Grün tragen dazu bei, dass es für Schmetterlinge keinen Platz mehr hat.

 

Warum sind Schmetterlinge wichtig?

Schmetterlinge und ihre Raupen haben nicht nur eine Bedeutung als Nahrungsquelle für Vögel oder Bestäuber für Blumen. Schmetterlinge werden von der Wissenschaft als Indikatoren für den Zustand der Umwelt genau beobachtet. Auf klimatische Veränderungen oder auf Luftverschmutzung reagieren diese prächtigen Geschöpfe viel schneller als Pflanzen. Schmetterlinge stehen für Schönheit, Sehnsucht und Romantik. Kurz: Eine Welt ohne Schmetterlinge wäre nicht nur weniger bunt, sie wäre auch für andere Lebewesen weniger lebenswert.

 

Pro Natura lässt Schmetterlinge fliegen

Mit ihrer Kampagne «Mehr Platz für Schmetterlinge» hat Pro Natura ab 2004 den Grundstein dafür gelegt, dass Schmetterlinge wieder in die Kulturlandschaft zurückkehren können. Mit gezielten Projekten werden ausgewählte Flächen erhalten und aufgewertet, um höchst bedrohte Schmetterlingsarten zu retten. Auch verbreitete Arten sollen wieder häufiger fliegen. Dazu muss die Zahl der ökologischen Ausgleichsflächen in Landwirtschaftsgebieten erhöht und qualitativ verbessert werden, müssen die für Schmetterlinge günstigen Lebensräume zu einem weitreichenden, engmaschigen Netz miteinander verknüpft werden. Von diesen Massnahmen profitieren auch andere Tiergruppen und unsere Landschaft gewinnt an ästhetischem Reiz. Auf dass die Schmetterlinge wieder fliegen – überall!

 

«Holen wir die Schmetterlinge zurück auf Feld und Wiese!»

Schmetterlinge, früher auf dem Land überall anzutreffen, leben heute nur noch dort, wo die Lebensbedingungen für sie günstig sind: in Schutzgebieten oder auf extensiv bewirtschafteten Flächen. Ökologische Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft, wie z.B. Extensivweiden oder Buntbrachen, können günstige Lebensräume für Schmetterlinge sein. Sie können jedoch keinen nachhaltigen Lebensraum bieten, wenn sie nicht in genügender Quantität oder in guter Qualität vorhanden sind. Zudem müssen sie so angelegt sein, dass Schmetterlinge sowohl gute Bedingungen für Eiablage, Raupenentwicklung und Puppenstadium als auch für das Leben als Falter finden. Pro Natura unterstützt mehrere Vernetzungsprojekte im Rahmen der Ökoqualitätsverordnung, die in idealer Weise die Ansprüche von Schmetterlingen in die Planung und Umsetzung einbeziehen.

Pro Natura rettet fünf hoch bedrohte Arten

2003 führte Pro Natura in vier Regionen Vorstudien durch, die aufgezeigt haben, welche Massnahmen zur Rettung der bedrohten Tagfalterarten in diesen Gebieten nötig sind. Im Jahr 2004 wurde in Zusammenarbeit mit Projektpartnern vor Ort mit der Umsetzung begonnen.

 

Folgende Arten werden berücksichtigt:

 

  • Eselsdisteldickkopffalter (VS)
  • Grosser und Kleiner Moorbläuling (VD)
  • Gelbringfalter (SO)
  • Berghexe (GR)