Mediencommuniqué

Die Feldgrille ist das Tier des Jahres 2014

06.01.2014

Ihr Zirpen ist der Soundtrack des Sommers. Äusserlich gleicht sie einem Alien. Pro Natura wählt die Feldgrille zum Tier des Jahres 2014. Die lautstarke Wiesenbewohnerin wird zur Botschafterin für bunte Blumenwiesen. Diese werden in der Schweiz immer weniger. Gründe dafür sind die intensive Landwirtschaft und die Überbauung von sonnigen Hanglagen.

 

Ihr Ruf ist bekannt und weckt wohlige Sommergefühle. Mit bis zu 100 Dezibel hallen die Lockgesänge der Feldgrillen bis zu 100 Meter weit über bunte Blumenwiesen. Sonnige und extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden sind ihr bevorzugter Lebensraum, in der Schweiz vor allem in milden Tallagen. An warmen und trockenen Standorten kann sie aber auch bis auf gut 1800 Meter ü. M. vorkommen.

 

Ein Plädoyer für mehr artenreiche Wiesen

Die Vorliebe für sonnige Hanglagen teilt die Feldgrille jedoch mit Immobilien-Unternehmen und Ortsplanern: So manches Feldgrillenparadies wird deshalb mit Wohnhäusern überbaut. Ein Grund, wieso der Sommergesang der Feldgrillen an einigen Orten verstummt ist. Andere Gründe sind die Intensivierung der Landwirtschaft im Mittelland und die Verbuschung nicht mehr bewirtschafteter Hänge in höheren Lagen. Die Wahl zum Tier des Jahres ist ein Plädoyer für mehr bunte, artenreiche Wiesen und Weiden in der Schweiz. Mit ihrer neu lancierten Kampagne «Flower Power – für farbenfrohe Blumenwiesen» setzt sich Pro Natura in den kommenden Jahren verstärkt für die farbenprächtigen und artenreichen Wiesen und Weiden ein.

 

Bullige Feldmusikanten

Im Gegensatz zu seinem Ruf ist das Aussehen der Feldgrillen nur wenig bekannt: Schwarz, mit bulligem Körper und einem grossen «Dickkopf» erinnert die Heuschreckenart an ein Alien aus der Welt des Films. Wer die rund zwei Zentimeter grossen Feldmusikanten zu Gesicht bekommen will, muss jedoch flink sein. Denn bei aufkommender Gefahr verstummen die «Rufer in der Wiese» und verziehen sich blitzartig in ihre Wohnhöhlen.

 

Werbegesang und Rivalenschreck

Nach einer Weile wagen sie sich wieder auf ihren glatt geputzten «Vorhof» und zirpen erneut um die Wette – in der Hoffnung, das Interesse eines Weibchens zu wecken und Rivalen fernzuhalten. Denn bei den Feldgrillen musizieren nur die Männchen. Als Instrument dienen die Vorderflügel. Auf deren Unterseite befinden sich rund 140 feine Zähnchen, die wie ein Kamm in atemberaubender Geschwindigkeit über eine glatte Kante am Rand des anderen Flügels streichen.

 

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Die Feldgrille – eine von über 100 Heuschreckenarten

Die Feldgrille ist eine von neun Grillenarten in der Schweiz. Sie alle gehören zur Ordnung der Heuschrecken. In der Schweiz leben 111 Heuschreckenarten. Knapp 40% dieser Springmeister sind gefährdet. Die Feldgrille gilt nicht als gefährdet. Ihr Lebensraum – extensiv bewirtschaftete, sonnige Wiesen und Weiden – wird jedoch in der Schweiz mehr und mehr eingeschränkt. Da Feldgrillen trotz Flügeln nicht fliegen können und ausserhalb ihres Lebensraumes deshalb nur wenig mobil sind, leben viele Populationen heute quasi auf Inseln. Das macht die an sich häufige Art verletzlich und kann dazu führen, dass die Feldgrille lokal ausstirbt.

 

 

 

Weitere Auskünfte:

Roland Schuler, Pro Natura Medienverantwortlicher,

Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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