Sömmerung

Die Tier- und Pflanzenwelt in den Alpen unterscheidet sich deutlich von derjenigen in den übrigen Landesteilen. Die alpwirtschaftlich genutzten Flächen weisen auf gut der Hälfte ihres Bestandes eine mittlere bis hohe Biodiversität auf. Das Sömmerungsgebiet der Schweiz umfasst rund 530‘000 Hektaren oder 13 Prozent der Landesfläche. Auf etwa 7‘500 Sömmerungsbetrieben weiden im Sommer rund 20 Prozent des Viehbestandes der Schweiz.

Die traditionelle Alpwirtschaft ist bis heute ein wichtiges Standbein für viele Landwirtschaftsbetriebe im Berggebiet.

 

Pro Natura setzt sich für folgende Verbesserungen im Sömmerungsgebiet ein:

 

  • Bund und Kantone legen prioritär zu erhaltende Alpen fest. Die Alpwirtschaft wird in jenen Gebieten finanziell gefördert, in denen klare Ziele des Arten-, Biotop- oder Landschaftsschutzes festgelegt wurden. In den übrigen Landschaftskammern wird die Entstehung von sekundärer Wildnis nicht mit Staatsgeldern aufgehalten.
  • Nur in begründeten Ausnahmefällen werden weitere Alpen mit Strassen erschlossen. Diese werden nicht asphaltiert oder betoniert, fügen sich in die Landschaft ein und sind an eine zusätzliche Leistung für die Biodiversität geknüpft. Nicht befahrbare Alpen werden deutlich besser entschädigt. Nicht mehr zu alpwirtschaftlichen Zwecken genutzte Erschliessungen werden wo immer möglich rückgebaut.

Extensive Bewirtschaftung lohnt sich. Das zeigt das Beispiel einer Familie auf der Alp Windbruch, Schangnau BE.

 

Dem Betriebsleiter ist es wichtig, die Sömmerungsweiden zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Es lohnt sich: Die Weiden sind in einem guten Zustand, die Tiere sind nach der Sömmerung fit und die vielen Pflanzen- und Tierarten freuen die ganze Familie. Der Bio-Betrieb erhält zusätzliche Direktzahlungen für die Mähwiesen und die orchideenreichen Flachmoore. Deren Schnittgut nutzt er zudem als Einstreue.

 

Wolf und Bär in Sömmerungsgebieten
Wolf und Bär kehren in die Schweiz zurück – ein Glücksfall für die Natur, den Tourismus und die Natur. Pro Natura ist überzeugt, dass ein Zusammenleben unter geeigneten Rahmenbedingungen und entsprechenden Entschädigungsleistungen problemlos für die Landwirtschaft machbar ist. Die Schafhaltung muss deshalb den heutigen Gegebenheiten angepasst werden: Nur Schafe in gutem Gesundheitszustand, auf kontrollierten Weiden und behirtet oder regelmässig beaufsichtigt tragen zum Erhalt der Biodiversität im Sömmerungsgebiet bei.

Herdenschutzhunde sind eine effektive Methode Schafe vor Wolfsangriffen zu schützen. 90% der gerissenen Schafe stammten 2012 aus ungeschützten Herden. Vor allem in touristischen Gebieten gibt es aber auch Konfliktpotential, wenn die Hunde ihre Arbeit machen.

Wie verhält man sich gegenüber Herdenschutzhunden?