Roi du Doubs, Océan Jonas Steiner
17.09.2026 Gewässer

Die Schweiz lässt den «Roi du Doubs» im Stich

Der Schweizerische Fischerei-Verband, Pro Natura und der WWF Schweiz bedauern den Entscheid des Bundesrates, auf ein Arterhaltungsprogramm für den vom Aussterben bedrohten «Roi du Doubs» zu verzichten.

Der Rhone-Streber (Zingel asper), besser bekannt als «Roi du Doubs», kommt in der Schweiz ausschliesslich im Doubs vor. Seit Jahren gilt der Bestand dieser Fischart als äusserst kritisch. Trotz bisheriger Schutzbemühungen und obwohl die Art gemäss der Berner Konvention streng geschützt ist, steht sie heute kurz vor dem Aussterben. Eine 2011 vom Schweizerischen Fischerei-Verband (SFV), Pro Natura und dem WWF Schweiz bei der Berner Konvention eingereichte Beschwerde wegen unzureichendem Schutz dieses Fisches und dessen Lebensraums ist weiterhin hängig.

Da in den Jahren 2025 und 2026 keine neuen Suchaktionen durchgeführt wurden, hat man die letzte Chance zur Umsetzung eines Rettungsprogramms verpasst: Es wird keine Wiederansiedlung stattfinden. Sobald Océane, das letzte Weibchen, das vor drei Jahren bei den Suchaktionen gefunden wurde, stirbt, wird der Roi du Doubs wohl endgültig aus der Schweiz verschwunden sein. Was mit den Jungfischen von Océane aus den drei Reproduktionen mit Männchen einer anderen Rhone-Streber-Population geschehen wird, ist noch unklar. Sie sind Träger eines Teils des für den Doubs spezifischen Erbguts – ein Reichtum, den es zu bewahren gilt.

Für den SFV, Pro Natura und den WWF ist das drohende Verschwinden des Roi du Doubs ein Alarmsignal für den Zustand der Schweizer Gewässerlebensräume. «Das bevorstehende Aussterben des Roi du Doubs ist kein Einzelfall», sagt David Bittner, Geschäftsführer des SFV. «Es zeigt, was geschieht, wenn Schutzprogramme über Jahre verzögert und zu langsam umgesetzt werden. Die Schweiz muss jetzt handeln, bevor weitere Arten aussterben.» Tatsächlich sind zahlreiche einheimische Fischarten bedroht. Der Doubs veranschaulicht in besonderem Masse den Verlust natürlicher Lebensräume und den Zusammenbruch von Ökosystemen. Die Schweiz muss ihre Anstrengungen zum Schutz der Arten und ihrer Lebensräume deutlich verstärken.

Die drei Organisationen fordern deshalb eine rasche und wirksame Umsetzung des nationalen Aktionsplans zugunsten des Doubs sowie ausreichende finanzielle Mittel zum Schutz und zur Wiederherstellung der Gewässerlebensräume. Andernfalls droht weiteren endemischen Arten dasselbe traurige Schicksal wie dem Roi du Doubs.

Kontakt:

  • Céline Barrelet, Geschäftsleiterin WWF Jura, Tel. 041 76 318 93 65, @email
  • Pro Natura Medienstelle, Tel. 079 826 69 47, @email

Weiterführende Informationen

Info

Gemeinsame Medienmitteilung von Doubs Vivant, Pro Natura, WWF und dem Schweizerischen Fischerei-Verband