Kahnüberquerung des Doubs © Bertrand Sansonnens

Doubs: Rettung für die bedrohte Idylle

Im Fluss Doubs rund um St. Ursanne JU schwimmen einzigartige Fischarten. Damit das so bleibt, braucht die Flusslandschaft des Doubs dringend unsere Unterstützung.

Idyllisch und scheinbar unberührt schlängelt sich der Doubs durch den Jura im Nordwesten der Schweiz nach Frankreich.  Im «Clos du Doubs», einer Flussschlaufe bei St. Ursanne, leben einige vom Aussterben bedrohte Fischarten, die es sonst nirgends in der Schweiz gibt:

  • die Doubs-Forelle (Salmo rhodanensis)
  • die Südwesteuropäische Nase (Parachondrostoma toxostoma)
  • und der Roi du Doubs (auch Rhone-Streber oder Apron, Zingel asper).

Idyllischer Fluss für Menschen – unbewohnbar für Fische

So schön und idyllisch der wildromantische Doubs auf den ersten Blick erscheint, so schlecht ist sein Zustand. Algen bedecken den Flussboden. Wegen der schlechten Wasserqualität erkranken Fische an Schimmelpilzen. Kraftwerke verhindern jedes Durchkommen für Fische. Abrupt schwankende Wasserstände führten bis vor kurzem immer wieder dazu, dass viele Fische an den Ufern strandeten und zappelnd verendeten. 

Rettung des Roi du Doubs («König des Doubs») durch die Berner Konvention?

Wir haben uns viele Jahre auf nationaler Ebene für den Fluss engagiert. Bewegt hat sich wenig. Schliesslich gelangten wir 2011 an die Berner Konvention. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Fischereiverband und dem WWF legten wir dort Beschwerde ein. Die Berner Konvention sprach 2013 eine Reihe von Empfehlungen aus, die nun von Frankreich und der Schweiz umgesetzt werden müssen.

Einige Erfolge lassen sich sehen. Dank unseres Engagements gibt es nun einen nationalen Aktionsplan zur Rettung des Doubs. Der Kraftwerksbetrieb wurde so reguliert, dass es keine grossen Wasserstandsschwankungen mehr gibt. Der Mündungsbereich von Nebengewässern wurde renaturiert. Der Abriss von Wehren wurde beschlossen, damit Fische den Doubs wieder besser durchschwimmen können. Alle diese Massnahmen sollen den Roi du Doubs in letzter Minute vor dem Aussterben bewahren.

Sauberes Wasser muss her

Leider haben diese ersten Erfolge noch nicht zur gewünschten Erholung der Fischbestände und des Flusses geführt. Im Gegenteil: Die Südwesteuropäische Nase ist bereits verschwunden. Trotz intensiver Nachsuche gab es 2017 auch nur noch zwei Exemplare des Roi du Doubs.

Wie drei von Pro Natura in Auftrag gegebene Untersuchungen zeigen, ist die Wasserverschmutzung ein sehr bedeutender Grund für das Fischsterben. Unbehandelte Abwässer sowie Pestizid- und Düngereinträge aus Land- und Forstwirtschaft machen grosse Teile des Flusses für Fische unbewohnbar.

Es ist 5 vor 12 – wir verstärken unsere Arbeit

Die Schweiz reagiert zu langsam auf dieses Problem. Im Aktionsplan zur Rettung des Doubs finden sich kaum konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität. Die geplante Sanierung der Kläranlagen wird erst in einigen Jahren stattfinden. Um den Roi du Doubs und andere seltenen Arten zu retten, braucht es aber schnellere Fortschritte. Regionale und lokale Massnahmen innerhalb und ausserhalb des Gewässers müssen das Überleben der Fische im Doubs sicherstellen – ab sofort.

Darum haben wir im September 2017 gemeinsam mit Partnern eine Projektleiterin eingestellt, die unsere Arbeiten für einen lebendigen Doubs noch wirkungsvoller bündelt.

Céline Barrelet
Projektleiterin «Doubs vivant»
Tel. 0041 31 330 28 05
celine.barrelet@skf-cscp.ch />


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