v.l.n.r. Jörg Felix, Stiftungsratspräsident der Emanuel- und Oscar Beugger-Stiftung, Maurice Voyame, Mitglied des Pro Natura Zentralvorstands, Jürg Hunziker, Projektleiter, Förster und Betriebsleiter Zweckverband Untergäu, Lorenz Kissling, Forstkommissionspräsident. © Matthias Sorg Matthias Sorg
28.05.2026 Wald

Ein Auenwald lebt wieder auf

Elisabeth und Oscar Beugger-Preisgewinner 2026

Die Wiederbelebung eines Auenwalds in Hägendorf (SO) zeigt, wie Wasser im Wald die lokale Biodiversität fördert und den Wald klimaresistenter macht. Das innovative Projekt des Zweckverbands Forstrevier Untergäu erhält dafür heute den mit 50'000 Franken dotierten Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2026 zum Thema «Feuchte Wälder».

Naturnahe Wasserflächen und Bachläufe sind in Schweizer Wäldern eine Seltenheit. In den letzten zweihundert Jahren haben wir Menschen rund 95 Prozent der feuchten Waldflächen gerodet oder entwässert. So auch in der Landschaftskammer Schlatt, am Jurasüdhang zwischen Hägendorf und Rickenbach im Kanton Solothurn. Als im ehemaligen Auenwald vor drei Jahren eine bedeutende Population der bedrohten Feuersalamander gefunden wurde, wendete sich jedoch das Blatt. Die Entdeckung gab dem Zweckverband Forstrevier Untergäu den Anstoss zur Wiederbelebung des wertvollen Feuchtwaldes. Für sein innovatives Projekt zum Erhalt des Auenwalds erhält der Verband den diesjährigen Elisabeth- und Oscar Beugger-Preis zum Thema «Feuchte Wälder».

Ein Zuhause für seltene Arten

Heute plätschert wieder ein Bächlein durch den Auenwald Schlatt und macht seinem Namen damit alle Ehre. An seinen Ufern finden diverse seltene Arten wie Feuersalamander und Glögglifrosch ein Zuhause. «Das Projekt ‘Revitalisierung Auenwald Schlatt’ schafft einen vielfältigen Lebensraum, in dem feuchte und trockene Waldbereiche miteinander verbunden werden und wichtige Wanderkorridore entstehen», erklärt Jörg Felix, Stiftungsratspräsident der Emanuel- und Oscar Beugger-Stiftung an der Preisverleihung in Rickenbach. Seit dem Projektstart 2023 haben Massnahmen wie die Reaktivierung des Bachlaufs, die gezielte Wiederherstellung ehemals feuchter Waldflächen, die Entfernung standortfremder Fichten sowie der Rückbau einer Forststrasse und einer Brücke den ökologischen Zustand des Walds bereits deutlich verbessert. 

Ein Wald wird fit für die Zukunft

«Die Revitalisierung zeigt beispielhaft, was möglich wird, wenn Fachwissen, Beharrlichkeit und Begeisterung für die Natur zusammenkommen», freut sich Manuel Walde, Biodiversitätsverantwortlicher des Kantons Solothurn in seiner Rede. Bis 2030 soll der wiederbelebte Auenwald schrittweise vergrössert und zusätzlich aufgewertet werden. Damit wird der Lebensraum für gefährdete Amphibienarten erweitert und der Wasserrückhalt des Waldes gestärkt. In Zeiten zunehmender Klimaerhitzung macht das den Wald widerstandsfähiger gegen Trockenheit und dient gleichzeitig dem Hochwasserschutz. Pro Natura und die Emanuel- und Oscar Beugger-Stiftung hoffen auf viele Nachahmer des Vorbildprojekts in Hägendorf, um die Schweizer Wälder und ihre faszinierende Artenvielfalt für die Zukunft zu erhalten. Das Potenzial ist riesig.

Weitere Informationen:

Kontakt:

Pro Natura:

  • Lesly Helbling, Projektleiterin Schutzgebiete und Waldbiodiversität, 061 317 91 48,
    @email
  • Nathalie Rutz, Medienverantwortliche, 079 826 69 47, @email 

Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung:

  • Andreas Murbach, Stiftungsrat der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung,
    076 377 85 66, @email

Preisträger:

  • Jürg Hunziker, Projektleiter, Förster und Betriebsleiter Zweckverband Untergäu, 062 216 37 28, @email