Bei einer kostenlosen Beratung vor Ort erfahren Gartenbesitzer:innen was sie konkret in ihrem Garten für die Natur tun können. © Daniel Rihs Daniel Rihs
02.03.2026 Siedlungsraum

Pro Natura will mehr Natur in Schweizer Gärten

Mit Beginn des Frühlings erwacht das Tier des Jahres aus seinem Winterschlaf. Damit der Igel und andere gefährdete Arten in unseren Gärten wieder ein Zuhause finden, startet Pro Natura das Projekt BONJOUR NATURE. Ab sofort können sich Privatpersonen in der ganzen Schweiz für kostenlose Gartenberatungen und Zertifizierungen anmelden – und so die natürliche Vielfalt zu sich einladen.

Private Gärten machen mehr als ein Prozent der Fläche der Schweiz aus. In ihrer Gesamtheit sind sie etwa so gross wie der Bodensee oder dreimal so gross wie der Nationalpark. Naturnah angelegt und gepflegt ist ihr Potenzial als Rückzugsgebiet für zahlreiche Tiere und Pflanzen enorm. Genau das ist das Ziel von BONJOUR NATURE.

Kostenlose Gartenberatungen

Nach einer Pilotphase im Vorjahr rollt Pro Natura 2026 ihr neues Projekt in Zusammenarbeit mit den kantonalen Sektionen schweizweit aus. Vor Ort und via Telefon bietet die Naturschutzorganisation kostenlose Gartenberatungen an, damit Interessierte in ihrem Garten die natürliche Vielfalt fördern und geniessen können. So erfahren die Gartenbesitzer:innen beispielsweise wie man Wildhecken, Blumenwiesen, Tümpel oder Kleinstrukturen, wie Stein- oder Holzhaufen, anlegt. Vorkenntnisse braucht es dafür keine. Oft erzielen einfache Massnahmen, wie weniger häufiges Mähen, schon eine grosse Wirkung.

Zertifizierungen und Veranstaltungen

Naturgärten, die bestimmte Kriterien erfüllen (naturnahe Gestaltung, einheimische Pflanzen, Verzicht auf Pestizide usw.), werden auf Anfrage zertifiziert und mit ein bis drei Schmetterlingen ausgezeichnet. Mit einer entsprechenden Plakette kann man dieses Engagement sichtbar machen und die Nachbarschaft sensibilisieren. Wer mit zwei oder drei Schmetterlingen ausgezeichnet wurde, kann sich einem Netzwerk von Schaugärten anschliessen und seinen Garten im Rahmen von Veranstaltungen als Ort für Inspiration und Austausch zugänglich machen. Anlässlich des Internationalen Tages der Biodiversität findet beispielsweise vom 22. bis 24. Mai das Wochenende der Offenen Schmetterlingsgärten statt.

Für mehr Natur in Dorf und Stadt

Mit der zunehmenden Verbauung steigt die Bedeutung grüner Trittsteine in Städten und Dörfern. Laut Zahlen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hat sich die bebaute Fläche in der Schweiz seit 1970 fast verdoppelt. Pro Jahr geht zudem ungefähr ein Prozent der Grünflächen in Städten und Dörfern verloren. In einem neuen Bericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) wird der Zustand der Biodiversität im Siedlungsraum als «schlecht» bewertet, insbesondere aufgrund der Lebensraumzerstückelung, des Verkehrs und der zu intensiven Pflege der Grünflächen.

Mosaik voller Leben

Vor diesem Hintergrund erhalten Naturgärten eine Schlüsselrolle. Zusammen können sie ein Mosaik wertvoller Lebensräume bilden, von dem zahlreiche Arten profitieren. So auch der Igel, der darauf angewiesen ist, von einem Garten zum nächsten wandern zu können. Wo Igel und Co. sich wohlfühlen, steigt oft auch die Lebensqualität der Menschen. Studien zeigen, dass Vogelgezwitscher das Gemüt erhellt und eine hohe Artenvielfalt die Verbundenheit mit der Natur fördert. Auch deshalb setzt sich Pro Natura über BONJOUR NATURE hinaus weiterhin im Feld und in der Politik für mehr Biodiversität in Dörfern und Städten ein.

Weitere Informationen:

Kontakt:

  • Andrea Haslinger, Projektleitung BONJOUR NATURE, 061 317 91 49, @email
  • Nathalie Leutenegger, Leiterin Kommunikation von BONJOUR NATURE,
    061 317 91 59, @email