Apfelbaum am Fluss, im Vordergrund eine blühende Wiese

Biodiversität – Vielfalt des Lebens

Kein Lebewesen lebt für sich allein. Alles ist miteinander verbunden und voneinander abhängig. Zur Biodiversität – der Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen – gehören auch wir Menschen. Doch der Zustand der biologischen Vielfalt ist kritisch.

Die Biodiversität ist für unsere Lebensqualität unabdingbar. Ihr verdanken wir unsere Nahrung, sauberes Wasser und Luft, Kleidung, Energie, Baustoffe, Medikamente sowie bewohnbare Landschaften. Eine intakte Biodiversität ist von grösstem Wert für unsere Gesellschaft und Wirtschaft.  

Der Biodiversität in der Schweiz geht es schlecht

Der Zustand der biologischen Vielfalt in der Schweiz ist alarmierend. Ein Drittel aller untersuchten Tier- und Pflanzenarten ist bedroht. Auch um die Lebensräume steht es nicht besser: So haben beispielsweise die Moore seit 1900 einen Flächenrückgang von 82% erlitten. Der Lebensraum für einheimische Tier- und Pflanzenarten geht aber nicht nur flächenmässig verloren, auch die Qualität der Lebensräume nimmt stetig ab. 

Ursachen und Konsequenzen des Biodiversitätsverlusts

Die Ursachen für den Biodiversitätsschwund sind vielfältig, zum Beispiel:

  • Lebensraumverlust aufgrund des wachsenden Flächenbedarfs für Siedlungen und Infrastrukturen
  • sinkende Lebensraumqualität z.B. durch den Einsatz von Pestiziden
  • Klimawandel 
  • invasive gebietsfremde Arten

Das Aussterben von Arten ist unumkehrbar und schafft unkalkulierbare Risiken. Tiere und Pflanzen haben, neben ihrem Eigenwert, eine Funktion im Ökosystem. Funktionierende Ökosysteme sind von elementarer Bedeutung für uns Menschen. Unser Wohlergehen und unsere Lebensqualität hängen unmittelbar von ihrem Zustand ab.

Trotz zahlreicher Regelwerke keine Verbesserungen

Der schlechte Zustand der Biodiversität ist verwunderlich angesichts der zahlreichen Regelwerke, die den Biodiversitätsschutz zum Ziel haben. Das wichtigste internationale Abkommen, das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt, trat für die Schweiz 1995 in Kraft. 

Daneben existieren verschiedene globale und regionale Abkommen, beispielsweise das Ramsar-Übereinkommen über Feuchtgebiete oder die Berner Konvention zur Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensräume. Der Biodiversitätsschutz wurde zudem in den globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) verankert und damit als zentrale Aufgabe für alle Staaten anerkannt.

Trotzdem wird deutlich zu wenig für den Schutz der biologischen Vielfalt getan! Auch die Schweiz ist im Naturschutz zunehmend ins Hintertreffen geraten. Ein Vergleich mit unseren Nachbarländern zeigt, dass die Schweiz die höchste Anzahl an gefährdeten Arten aufweist und europäisches Schlusslicht bei den Schutzgebietsflächen ist.

Pro Natura setzt sich für die Biodiversität ein

Pro Natura setzt sich politisch und praktisch für die Biodiversität ein. National aberauch international, zum Beispiel bei der Umsetzung internationaler Konventionen und in konkreten Projekten, zusammen mit den grössten globalen Umwelt- und Naturschutznetzwerken Friends of the Earth und der IUCN (International Union for Conservation of Nature). 

Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz ist alarmierend. Gleichzeitig werden immer mehr wertvolle Landschaften verbaut. Der politische Wille, die dramatische Entwicklung zu stoppen, fehlt. Jetzt braucht es eine direktdemokratische Offensive, um Gegensteuer zu geben. Darum lanciert Pro Natura zusammen mit BirdLife Schweiz, Schweizer Heimatschutz (SHS) und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) gleich zwei Initiativen zum Thema Natur- und Landschaftsschutz - packen Sie mit uns an und helfen Sie mit, unsere Doppelinitiative für Natur und Landschaft an den Start zu bringen! Am 26. März 2019 geht’s los. Sind Sie dabei?

Zur Doppelinitiative Biodiversität und Landschaft