Trotz der Trockenheit erholen sich die Moorvegetation und die Torfmoose weiter. Wolfschachen, 28. Juli 2026. © Pro Natura, Bastien Amez-Droz Bastien Amez-Droz
28.08.2026 Moore

Moorlandschaft Rothenthurm: Regenerationsarbeiten in Wolfschachen werden fortgesetzt

Wasser zurück ins Moor: Damit die Moorlandschaft Rothenthurm als Lebensraum für bedrohte Arten, als CO2-Speicher und als natürlicher Hochwasserschutz erhalten bleibt, muss ihre Wasserspeicherfähigkeit wiederhergestellt werden. Pro Natura setzt deshalb gemeinsam mit der Abteilung Natur und Landschaft des Amts für Wald und Natur und lokalen Baubetrieben die Regenerationsarbeiten in Wolfschachen Anfang September fort. Die Arbeiten dauern so lange, wie es die Wetterbedingungen und der Schutz der Torfböden zulassen, voraussichtlich bis November.

Die Moorlandschaft Rothenthurm ist gesetzlich streng geschützt, dennoch verliert sie weiterhin Wasser und Torf. Alte Entwässerungsgräben, die für den Torfabbau und die Streugewinnung angelegt wurden, leiten Wasser aus dem Moor ab.  Dadurch gelangt Luft an den Torf, der sich zersetzt und jährlich Tausende Tonnen CO2 freisetzt. Die steigenden Temperaturen beschleunigen diesen Prozess. Damit das Moor bedrohten Arten einen Lebensraum bieten und weiterhin CO2 speichern kann, muss es Wasser zurückhalten. Ein Hektar intaktes Torfmoor kann Millionen Liter Wasser speichern. Intakte Moore leisten deshalb einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Regulierung des Klimas. 

Die Arbeiten sind Teil eines umfassenden Regenerationsprojektes, das seit 2023 umgesetzt wird. In diesem Jahr werden vier Holzsperren im Hauptentwässerungsgraben eingebaut und mehr als ein Kilometer Drainagegräben verfüllt. So wird das Wasser zurückgehalten und das Moor erhält seine natürliche Feuchtigkeit zurück. Die Arbeiten werden von lokalen Betrieben ausgeführt, wobei Holz aus den Wäldern von Einsiedeln verwendet wird.

Eine Oase selbst während der Hitzewelle 

Die positiven Auswirkungen der seit 2023 ausgeführten Massnahmen sind bereits deutlich sichtbar. Unterirdische Holzsperren in den Entwässerungsgräben halten das Wasser zurück und verbessern den Wasserhaushalt. Während die Umgebung unter der anhaltenden Trockenheit leidet, sind die renaturierten Flächen in diesem Hitzesommer die einzigen, die noch von Wasser bedeckt sind. Sie bieten bedrohten Libellen und Amphibien Zuflucht, dienen Rauchschwalben als Trinkstelle und sind für Bruchwasserläufer eine wichtige Raststation auf ihrer langen Reise zwischen Skandinavien und Äquatorialafrika. Die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts schafft für die bedrängte Biodiversität Inseln der Kühle und bringt die Funktion der Torfmoore als Kohlenstoffsenken zurück. Jeder renaturierte Quadratmeter zählt! 

Weitere Informationen:  

Kontakt: 

  • Bastien Amez-Droz, Projektleiter Schutzgebiete und Moore, Tel. 061 317 91 57, 
    @email 

Pressebilder zu den Bauarbeiten in Wolfschachen und im Äusseren Bann