Braunbärin © Lucaar / Fotolia

Wie der Bär wieder in die Schweiz kam

Geschichte der Rückkehr des Bären in die Schweiz chronologisch aufgearbeitet

Stand: Juli 2019

Mai 2019

Im Kanton OW werden bei Melchsee-Frutt Bärenspuren im Schnee gefunden. Hat M29 im Gebiet überwintert?

Im Gental bei Innertkirchen werden wieder Bärenspuren gefunden.

Juni 2019

Ein Bär wird von Wanderern im Aletschgebiet (Riederalp) gefilmt, wie er durch den Frühlingsschnee läuft. 

Circa eine Woche später wird ein Bär im Binntal (VS) von einem Autofahrer gefilmt, wie er nachts vor dem Auto her auf der Strasse galoppiert und sich dann seitlich in den Wald schlägt. Weiterhin gibt es keine Hinweise darauf, dass es sich bei den Bärensichtungen der vergangenen Jahre und Monate im Grossraum Innerschweiz-Wallis jemals um einen anderen Bären als M29 gehandelt hätte, der nun bereits zum 3. Mal auf Schweizer Boden überwintert hat und mit seinen unterdessen sechs Jahren ein voll ausgewachsener Bärenmann ist.

2018

April 2018

Oberhalb von Engelberg (SZ) wird ein Braunbär von Mitarbeitern der Bergbahnen beobachtet. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um M29, der wieder aus der Winterruhe erwacht und erneut unterwegs ist. 

Mai 2018

In Beatenberg am rechten Thunerseeufer verursacht ein Bär Schäden an einem Bienenstock. Es gibt mehrere Sichtmeldungen von Bären in der Beatenbucht. Einmal wird der Bär von einem Auto aus gefilmt, wie er nachts der Strasse entlang und durch einen Strassentunnel läuft, ehe er sich seitwärts in den Wald schlägt. Es ist das erste Mal, dass M29 näher an menschlichen Infrastrukturen beobachtet werden kann. 

Juni 2018

Mehrfache, aber nicht mehr verifizierbare Meldungen zu Bärenspuren lassen eine Bärenpräsenz im Gebiet ob Escholzmatt (LU) vermuten. 

Juli 2018

Bärenpräsenz auch in Graubünden: Ein Bär wird an der Tiroler Grenze zum Unterengadin fotografiert, zudem wird erneut in Bär im Puschlav nachgewiesen. 

In der Gemeinde Lenk im Gebiet Siebenbrunnen wird ein Bär mit einer bei einem toten Kalb montierten Wildkamera beim Fressen gefilmt. Das Kalb wurde nach Einschätzung des Wildhüters weder von dem Bären noch einem anderen Wildtier gerissen. 

Wenige Tage später werden Bärenspuren auf dem Sanetsch, also erstmals im Kanton Wallis, dokumentiert. Beobachtungen konnten keine gemacht werden. Die Wildhut geht davon aus, dass es sich auch bei diesem Tier um den weit herumwandernden M29 handelt. 

August 2018

Auf einer (ungeschützten) Alp im Gotthardgebiet werden zwei Schafe von einem Raubtier gerissen. Eine klare Zuordnung zu einem Bären kann nicht gemacht werden, jedoch filmt eine bei der Herde installierte Wildkamera zwei Nächte später tatsächlich einen Bären, der sich bei den toten Schafen aufhält. 

  • Bärenaufenthaltsgebiete 2018: Kantone BE, UR (und evtl. LU) sowie GR (Un-terengadin, Puschlav)
  • Schäden: 1 Bienenstock, evtl. 2 (ungeschützte) Schafe
2017

April 2017

Am 17. April verursacht ein Bär Schäden an einem Bienenstand auf Gebiet der Gemeinde Silenen, Kanton Uri. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den bereits im Sommer 2016 im Kanton aufgetauchten Bären.

Im Unterengadin tappt ein weiterer (wahrscheinlich anderer) Bär in eine Fotofalle.

Mai 2017

Am 26. Mai wird ein Bär auf Gebiet der Gemeinde Eriz, Kanton Bern, beobachtet und fotografiert. Beitrag in der Berner Zeitung.

Juli 2017

Beim Weiler S-charl im Unterengadin reisst mutmasslich ein Bär zwei Schafe in einer von Herdenschutzhunden geschützten Herde.

Bergsteiger beobachten auf dem Steingletscher im Gebiet Tierliberghütte (Gemeinde Innertkirchen, Kanton BE) einen Bären. Auch Spuren können dokumentiert werden. Mutmasslich handelt es sich um dasselbe Tier, das im Mai bei Eriz beobachtet wurde. 

August 2017

Im Trentino erlegen die Behörden eine sendermarkierte Bärin (KJ2), die in den vergangenen zwei Jahren zwei Menschen angefallen und verletzt hatte.

November 2017

Der im Kanton Bern und der Innerschweiz sich aufhaltende Bär ist unterdessen genetisch identifiziert. Es handelt sich um das Männchen M29, das im Spätwinter 2013 im Trentino geboren wurde. Mit gut vier Jahren ist das Tier unterdessen ausgewachsen und wohl auf der Suche nach einer Partnerin. Auf seiner Wanderung hinterliess er genetisch Spuren im Raum Chiavenna (April 2016), dann wird die Route spekulativ. Diverse Bärenbeobachtungen lassen davon ausgehen, dass er via Splügenpass, Val Curciusa, Thusis, Trun, Schöllenenschlucht, Surselva / Oberalp, Hoch-Ybrig wanderte, wobei er an manchen Tagen wahrscheinlich Distanzen von bis zu 40 km zurücklegte. Neuere genetische Spuren fanden sich dann wieder im Gental, Gemeinde Innertkirchen, wo er auch beobachtet wurde. M29 scheint ein ausgesprochen scheues Individuum zu sein, das fast keine Schäden anrichtet.

  • Bärenaufenthaltsorte 2017: Unterengadin (Nationalpark); M29 in den Kantonen UR, BE)
  • Schäden: 2 gerissene Schafe (Unterengadin), 1 Bienenstock (UR)
2016

Februar 2016

In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar verursacht ein früh aus der Winterruhe erwachter Bär (evtl. M32) einen Schaden an einem Bienenhaus in Sta. Maria, Müstair.

März 2016

Am 14. und am 21. März verursacht der Bär Schäden an einem Bienenhaus nahe der ARA Müstair.

April 2016

In der Nacht vom 8. auf den 9. April stirbt M32 bei einer Kollision mit einem Zug zwischen Zernez und S-chanf.Am 24. April wird eine Bärenspur bei S-chanf gesichtet. Am 29. April werden Spuren am Berninapass entdeckt und am darauffolgenden Tag ein Bär mittels Fotofalle fotografiert.Bärenspuren werden in der Val Curciusa, südlich von Nufenen entdeckt.

Mai 2016

Am 5. Mai werden Bärenspuren auf dem Maiensäss Promischur, westlich von Andeer, gesichtet.In den folgenden Tagen wird das nicht näher identifizierte Tier über Spuren im Schams, im Banngebiet Beverin westlich von Thusis, dann nördlich der Gemeinde Lohn festgestellt. Am 11. Mai gelingt gelingt ein Fotobeleg mittels Fotofalle in der Surselva bei Trun. In den folgenden Wochen soll das Tier am Hoch-Ybrig (und damit erstmals im Kanton Schwyz) beobachtet worden sein. Das Tier verhält sich sehr scheu und unauffällig.

Juni 2016

Bärenspuren werden im Gebiet Riedling/Plangg bei Bürglen im Kanton Uri festgestellt.Während des restlichen Jahres erfolgen keine Bärennachweise mehr; jedoch ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass das Tier irgendwo in der Innerschweiz überwintert hat.

  • Bärenaufenthaltsorte 2016: Unterengadin (M32), Puschlav (nicht identifiziert), Mittelbünden, Innerschweiz (nicht identifiziert)
2015

Februar 2015

Der aus dem Vorjahr bekannte Bär M25 erwacht in der Nähe von Sondalo im oberen Veltlin aus dem Winterschlaf und taucht in den nächsten Wochen regelmässig im Veltlin im Gebiet von Tirano, auf italienischem Staatsgebiet auf. Seit Ende März sendet M25 keine Daten mehr und ist auch nie mehr beobachtet worden.

Mai 2015

Ein Autofahrer beobachtet auf der Fahrt in Richtung Engadin um 08.50 Uhr unterhalbLa Rösa einen Bären. Am gleichen Tag können weitere Beobachtungen aus der Ferne gemacht werden. Fotos zeigen einen sehr hell gefärbten Bären. Es ist das einzige Mal, dass dieser Bär in der Schweiz gesehen wurde.

Sommer 2015

Im Juni werden an verschiedenen Orten im Unterengadin und der Silvretta mehrere Bärenbeobachtungen gemeldet. Es konnte jedoch kein DNA-Material gefunden werden, um festzustellen, um welches Tier es sich handelt. Weitere Beobachtungen werden im Misoxund Müstair gemacht.

Herbst 2015

Ein Bär bricht mehrfach in Bienenhäuser im Val Müstair ein. Es handelt sich vermutlich um M32, der offenbar eine Vorliebe für Honig entwickelt hat und die Schutzzäune elegant mit den Krallen herunterdrückt, um an seine Beute zu kommen. Beitrag im Blick.

  • Bärenaufenthaltsorte 2015: Münstertal (M32), Unterengadin und Münstertal (nicht identifiziert); Misox (nicht identifiziert)
2010 - 2014

Sommer 2010

Im Juni reisst ein Bär am Piz Minschuns nahe der Schweizergrenze ein Schaf.Am 17. Juni beobachtet ein Polizist an der Umbrailstrasse bei Sta. Maria einen Bären. Bis am 24. Juni konnten mehrere Beobachtungen gemacht werden. Es handelt sich dabei um M2, der 2008 im Trentino geboren wurde. Dort beträgt der Bestand unterdessen ca. 30 Tiere.

  • Bärenaufenthaltsorte 2010: Münstertal, Unterengadin (M2)
  • Es wurden fünf von Bären gerissene Haustiere entschädigt.

Sommer 2011

Im Juni konnte in der Nähe von Susch im Engadin ein Jäger einen Bär beobachten, der in dieser Zeit auch einige Schafe riss. Im September wurde ein Bär im Puschlav beobachtet. Weitere Spuren konnten aber nicht gefunden werden.

  • Bärenaufenthaltsorte 2011: Unterengadin (nicht identifiziert), Puschlav (M7)

März 2012

Der zweijährige Braunbär M13 erkundet zum ersten Mal die Schweiz. Er befindet sich zwischen Scuol und S-charl (Die Südostschweiz, 22.11.2012). Am 30. April kollidiert er mit der Rhätischen Bahn und verliert sein Senderhalsband. Die Bündner Wildhut kann ihn erneut einfangen, besendern und untersuchen. M13 ist trotz dem Zusammenstoss wohlauf.

Sommer 2012

M13 taucht vermehrt in Siedlungsnähe auf. Er pendelt zwischen Italien und der Schweiz, durchwandert mehrere Male unbemerkt das Münstertal und taucht Anfang Juni zum ersten Mal im Puschlav auf. Dort ist man auf den Besuch nicht vorbereitet.

Pro Natura trifft sich mit dem Gemeindepräsidenten von Poschiavo und bietet ihre Unterstützung beim Ergreifen und der Finanzierung von Massnahmen an.

November 2012

M13 wird nach der Plünderung eines ungeschützten Bienenhäuschens auf einem Schulhof und dem Einbruch in den Vorratsschopf eines Ferienhauses zum Problembär ernannt. Pro Natura schreibt einen offenen Brief an Regierungsrat Cavigelli und fordert, dass sich potentielle Bärengebiete besser vorbereiten. Gleichzeitig bieten wir unsere Unterstützung an.

Anfang Dezember 2012

M13 tritt seine Winterruhe an. Pro Natura vereinbart mit dem Kanton Graubünden, dass ein Berater gemeinsam mit der Gemeinde Poschiavo und den BewohnerInnen Präventionsmassnahmen umsetzten sollen und übernimmt 50% der Kosten.

  • Bärenaufenthaltsorte 2012: Unterengadin (M12), Oberengadin und Puschlav (M13)
  • 2012 wurden 23 Schafe, 2 Ziegen und 1 Esel als vom Bären gerissen entschädigt. Alle Übergriffe ereigneten sich im Kanton GR.

Anfang Februar 2013

Etwas früh wacht M13 aus seiner Winterruhe auf und sucht systematisch Orte auf, an denen er im letzten Herbst Nahrung gefunden hatte.

Am 16.2. begegnen ihm zwei Wanderer in der Nähe von Miralago. Der Bär zeigt keine Scheu und kurz darauf trifft ein Mädchen innerhalb des Dorfes auf ihn. Es erschrickt und erleidet einen Schock.

Am 19.2. wird M13 von einem Bündner Wildhüter geschossen. Pro Natura bedauert den Abschuss und fordert ein verstärktes Engagement des Kantons Graubünden, damit die Regionen auf weiteren Bärenbesuch vorbereitet sind.

Sommer 2013

Pro Natura und der Kanton Graubünden beauftragen Toni Theus, das Puschlav und weitere potentielle Bärengebiete bezüglich Präventionsmassnahmen zu beraten. Mit der Website www.baer.gr.ch (www.orso.gr.ch und www.urs.gr.ch) verbessert der Kanton Graubünden den Informationsfluss.

Sommer 2014

Pro Natura Graubünden stellt im Torre Belvedere, Maloja die Sonderausstellung «Der Bär kehrt heim» aus. Pro Natura unterstützt die Gemeinde Poschiavo zudem bei der Beschaffung von bärensicheren Abfallcontainern.

Im Mai wandert das Männchen M25 übers Münstertal nach Zernez in die Schweiz ein. Das Tier wurde vorher im Südtirol besendert und reisst im Puschlav einen Esel.

  • Bärenaufenthaltsorte 2014: Münstertal, Engadin, Puschlav (M25), Val S-charl (nicht identifiziert)
2005 - 2009

Die Geschichte beginnt im Sommer des Jahres 2005

25. Juli 2005

Franz Häfliger, Gabriela Häfliger und Erwin Tscholl beobachten am Ofenpass bei Buffalora einen Braunbären. Am 28. Juli gelingt Maik Rehnus bei Stabelchod im Nationalpark das erste Foto des Bären. Die Meldung über die Rückkehr des Bären löst ein riesiges Medienecho aus. Die Rückkehr des Bären kommt nicht überraschend. Zur Stärkung der letzten Alpenbärenpopulation wurden zwischen 1999 und 2002 im italienischen Trentino insgesamt 9 Bären aus Slowenien frei gelassen und hatten schon bald Nachwuchs. Dass aus diesem Gebiet Bären auch in Richtung Schweiz wandern würden, war nur eine Frage der Zeit. Bereits am 17. Juli 2005 wurde ein Bär in der Nähe der Schweizer Grenze beobachtet.

25. Juli bis 16. August 2005 Bär 1 (JJ2 oder Lumpaz)

Beim Bären handelt es sich um ein Junges der 2001 im Trentino ausgesetzten Bärin Jurka mit der Bezeichnung JJ2. In der Schweiz wird der Bär «Lumpaz» getauft. Zwischen 25. Juli und 16. August wird er immer wieder im Gebiet Ofenpass, Münstertal beobachtet. Am 30. Juli reisst er ein Kalb und frisst es in vier Tagen vollständig auf. Während vier Abenden kann er immer zur selben Zeit an der Ofenpassstrasse beobachtet werden, was zu einer Ansammlung von bis zu 250 Personen führt. Einige Bärenbeobachter gehen sogar dem Bären nach. Am 4. August badet er im Wassersammelbecken der Beschneiungsanlage Minschuns und kommt nur mit Mühe wieder aus dem Becken raus. Am 16. August machen Wildhüter die letzten Beobachtungen im Münstertal.

24. August 2005

Nach einem Abstecher ins benachbarte Italien kehrt der Bär am 24. August in die Schweiz zurück und wird unterhalb der Gemeinde Ramosch beobachtet.

13. September bis 29. September 2005

Nach einem Abstecher nach Österreich reisst der Bär am 13. September bei Tschlin ein Schaf. Am 19. September greift er eine Schafherde bei Ramosch an. Insgesamt werden 23 Schafe gerissen. Am 29. September werden bei Strada die letzten Spuren des Bären gefunden. Seither gibt es keinen Nachweis mehr von JJ2.

  • Bärenaufenthaltsorte 2005: Unterengadin, Münstertal (JJ2)
  • 2005 wurden 1 Kalb und 24 Schafe von einem Bären getötet. Alle Übergriffe ereigneten sich im Kanton GR.

19. Juli 2006

Alois Plangger beobachtet auf der Alp Champatsch bei Lü (GR) einen Bären. Die spätere Suche der Wildhüter nach Spuren bleibt erfolglos. Während in Bayern und Oesterreich der Bruder des Schweizer Bären, JJ1 oder «Bruno» für Schlagzeilen sorgt, bleibt dies die einzige Bärenbeobachtung in der Schweiz im Jahr 2006.

3. Juni 2007 Bär 2 (MJ4)

Verschiedene Personen beobachten auf dem Gebiet der Gemeinde Zernez, an der Grenze zum Schweizerischen Nationalpark einen Bären. Wildhüter Guolf Denoth entdeckt frische Spuren eines ausgewachsenen Bären. Zur gleichen Zeit befindet sich ein zweiter Bär im Grenzgebiet zur Schweiz.

6. Juni 2007

Der Bär ist von Zernez in die Region Davos gewechselt. Im Dischmatal und Sertigtal entdeckt die Wildhut frische Bärenspuren.

14. Juni 2007 Bär 3 (JJ3)

Ein zweiter Bär taucht in der Schweiz auf: Ein Imker im Val Müstair meldet Schäden an seinen Bienenkästen. Die Schäden wurden von einem Jungbären verursacht. Er wird dank der DNA – Analyse als JJ3 identifiziert. JJ3 wurde 2006 geboren und ist ein jüngerer Bruder von Lumpaz.

Ende Juni 2007

Ein Bär tötet im Val S-carl, in der Nähe des Nationalparks 10 Schafe. Fast zur gleichen Zeit werden auch am Flüelapass Schafe durch einen Bären (wahrscheinlich JJ3) getötet.

13. August 2007

Nachdem JJ3 sich im Albulatal mehrfach den Siedlungen und eingezäunten Schafen genähert hat, wird er am 13. August im Val Spadlatscha zwischen Julier- und Albulapass eingefangen und mit einem Sender versehen. Der andere Bär, es handelt sich um MJ4, ebenfalls ein Männchen, wird immer wieder in der Umgebung des Nationalparks beobachtet.

23. September 2007

JJ3 macht einen Ausflug auf die Lenzerheide. Während drei Wochen durchstöbert er dort nachts Abfallkübel und Kehrrichtsäcke nach Futter. Nachdem er von Wildhütern mit Gummischrot beschossen wurde, zieht er sich ab dem 12. Oktober wieder ins Albulatal zurück. MJ4 ist auch im Oktober weiterhin in der Umgebung des Schweizerischen Nationalparks unterwegs. Er ist wesentlich scheuer als JJ3 und hält sich von den Siedlungen fern.

11. Dezember 2007

Die beiden Bären haben sich in die Winterruhe begeben. JJ3 überwintert im Albula-tal, MJ4 wahrscheinlich im Nationalpark, in der Nähe von Zernez. Der Bündner Bau- und Forstdirektor Stefan Engler kündigt an, dass JJ3 nicht mehr viel Spielraum habe, nachdem 10-12 Vergrämungsaktionen mit Schrot nicht die erhoffte Wirkung zeigten.

  • Bärenaufenthaltsorte 2007: Münstertal, Unterengadin (MJ4); Mittelbünden (JJ3)
  • 2007 werden 1 Bienenstock verwüstet und ca, 20 Schafe von Bären getötet.

2. März 2008

JJ3 ist aus dem Winterschlaf erwacht und macht erste Touren in der Umgebung seines Wintereinstandes. Da sich der Winter in den darauf folgenden Tagen nochmals zurückmeldet, legt er sich nochmals zur Ruhe.

13. März 2008

JJ3 reisst einen Hirschstier und nutzt diesen. In den nächsten Tagen besucht er mehrere Siedlungen, kehrt aber immer wieder zum Hirschkadaver zurück.

Mitte März 2008

JJ3 unternimmt ausgedehntere Wanderungen in der Region Albulatal, Lenzerheide, Savognin. Immer wieder sucht er nachts in der Nähe von Einzelhäusern und Siedlungen in Kompostkübeln und Abfallbehältern nach Fressbarem. Er verschafft sich Zugang zu Bienenhäuschen, frisst das Futter aus Vogelhäuschen oder plündert Lebensmittelvorräte. Mit Gummischrot, Knallpetarden und Warnschüssen versucht die Wildhut, ihn von der Futtersuche im Siedlungsgebiet abzubringen.

31. März 2008

JJ3 gelangt ins Oberhalbstein. Er wird auch hier immer wieder vergrämt, scheint sich aber an der Präsenz von Menschen nicht zu stören. Ab Anfang April lässt er sich des Öfteren nicht mehr vertreiben.

14. April 2008

Nachdem JJ3 vom Problembär zum Risikobär eingestuft worden war und damit das Todesurteil gesprochen war, wird er in der Nähe von Thusis abgeschossen. Pro Natura und andere Naturschutzorganisationen protestieren in ihren Stellungnahmen gegen den Abschuss. Heute ist JJ3 im Bündner Naturmuseum in Chur ausgestellt.

Frühling 2008

Im nahe gelegenen italienischen Trentino kommen 7-8 Jungbären zur Welt. Die Population zählt somit ca. 30 Tiere. In die Schweiz ist seit JJ3 aber kein Bär mehr eingewandert. Die Aufenthaltsorte von MJ4 und JJ5 sind ebenfalls unbekannt.

  • Bärenaufenthaltsorte 2007: Münstertal, Unterengadin (MJ4); Mittelbünden (JJ3)

Sommer 2009

Unmittelbar vor der Grenze zum Bergell (GR) wird vom Amt für Jagd der Provinz Sondrio (IT) ein Bär festgestellt. Nachweise für seine Präsenz in der Schweiz gibt es keine.

1904 - 2004

1. September 1904
Im Val S-charl, unterhalb des Piz Pisoc (GR) erlegen Jon Sarott Bischoff und Padruot Fried den letzten Bären der Schweiz, ein erwachsenes Weibchen. Das Präparat des Tieres ist heute im Museum Schmelzra in S-charl ausgestellt.

1923

Letzte Bärenbeobachtung in der Schweiz im Val Laviruns (GR).

25. August 1997

Ein Bergbauer beobachtet im Val Curciusa (GR) einen Bären. Die Beobachtung kann nicht durch weitere Beobachtungen und Funde bestätigt werden.

In der Schweiz nachgewiesene Bären 2005-2019

Total: mindestens 13 (evtl. 14) unterschiedliche Tiere
davon genetisch identifiziert: 8 (JJ2, JJ3, MJ4, M7, M13, M25, M29, M32)
nicht identifiziert: 5-6

gestorben: 3 (JJ3 und M13 mit Abschussbewilligung erlegt; M32 von Zug überfahren)
verschollen / abgewandert: JJ2, MJ4, M25


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