Luchs im Wald © Christian Oeschger

Luchs, Wolf und Bär sind zurückgekehrt

Grosse Beutegreifer gehören zur Tierwelt der Schweiz. Sie sollen kein zweites Mal ausgerottet werden.

Luchs, Wolf und Bär gehören zu unserer Tierwelt. Pro Natura freut sich, dass sie wieder da sind und in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückkehren. Um Vorurteile abzubauen, informieren wir die Bevölkerung. Mit Projekten und politischem Engagement setzen wir uns für mehr Toleranz gegenüber den Beutegreifern ein.

Rückkehr in angestammten Lebensraum

Vor über hundert Jahren hatte der Mensch Luchs, Bär und Wolf ausgerottet. Auch deren Hauptbeutetiere waren ausgerottet oder stark dezimiert (Reh, Rothirsch, Gämse). Heute sind Luchs und Wolf in die Schweiz zurückgekehrt – so wie zuvor schon ihre Beutetiere – und auch Bären besuchen unser Land wieder regelmässig:

  • Der Luchs besiedelt Voralpen, Alpen und Jura. 
  • Den Wolf gibt es wieder im gesamten Alpenraum und dem südlichen Jura. 
  • Aktuell (2021) leben mindestens 9 Wolfsrudel und zahlreiche Einzelwölfe in der Schweiz, total rund 120 Tiere.
  • Seit Sommer 2005 überqueren immer wieder Bären aus Norditalien die Landesgrenze.

Ein Zusammenleben ist möglich

Pro Natura ist sich bewusst, dass das Zusammenleben mit Wolf, Bär und Luchs teilweise noch neu ist und schwer fällt. Wir sind aber überzeugt, dass ein Nebeneinander möglich ist und setzen uns für konstruktive Lösungen ein. Dazu suchen wir das Gespräch mit den betroffenen Menschen und helfen mit, den Herdenschutz in der Schweiz praktisch umzusetzen, sei es durch finanzielle Hilfe, Freiwilligeneinsätze oder Exkursionen, auf denen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Herdenschutzhunden lernen.

Grosse Beutegreifer und Landwirtschaft können nebeneinander existieren. Auf geschützten Weiden, von Herdenschutzhunden begleitet und/oder von elektrischen Zäunen umgeben und im Idealfall von Hirtinnen und Hirten betreut, sind Weidetiere vor Beutegreifern sicher. Nur bei guter Weideführung tragen Schafe und Rinder auch zum Erhalt der Biodiversität in den Alpen bei. Nicht zuletzt ist Herdenschutz auch gelebter Tierschutz – die weitaus meisten Alpschafe sterben nämlich nicht wegen Wolfsangriffen, sondern aufgrund von Krankheiten, Stürzen oder Blitzschlägen!

Herdenschutzhunde

Herdenschutzhunde sind ein wirksames Mittel, Schafe vor Angriffen von Beutegreifern zu schützen. Der von Pro Natura mitfinanzierte Kurzfilm unten zeigt auf, wie man sich bei Begegnungen mit Herdenschutzhunden richtig verhält.

Gebiete mit Herdenschutzhunden

Zu diesem Thema gibt es auch verschiedenste Faltblätter, mit Titel «Der Bär kehrt heim», «Der Wolf ist zurück» und «Der Luchs in unseren Wäldern». Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne mehrere Exemplare zu. Bitte nehmen Sie mit uns per E-Mail Kontakt auf.




Wie verhält man sich gegenüber Herdenschutzhunden? (Lange Version)

Wie der Wolf wieder in die Schweiz kam

Die Geschichte der Einwanderung des Wolfes in die Schweiz chronologisch aufgearbeitet.

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Von Bienen und Bären

Jedes Kind weiss: Bären lieben Honig. Genauer gesagt, sind es die Bienenmaden, welche dem Bären so schmecken. Wie können Imkerinnen und Imker verhindern, dass die Schleckmäuler ihre Bienenhäuser plündern? Ein gut installierter Elektrozaun hilft wirkungsvoll. Wir wollen dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen praktische Wege für eine gute Nachbarschaft zwischen Grossen Beutegreifern und Menschen kennen. Deshalb haben wir diesen Kurzfilm über Bienen, Bären und wie Imker ihre Völker gegen Bären wirksam schützen können, unterstützt. Schauen Sie rein! 

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Wie der Bär wieder in die Schweiz kam

Die Geschichte der Rückkehr des Bären in die Schweiz chronologisch aufgearbeitet.

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Der Schutz darf nicht geschwächt werden

Wolf, Bär und Luchs sind gesetzlich geschützt. Trotzdem gibt es immer wieder Forderungen, die Anzahl Tiere durch Abschüsse zu reduzieren. Auch illegale Abschüsse kommen leider immer noch vor. Der Wolfsschutz wurde auf gesetzlicher Ebene bereits geschwächt. Pro Natura ist überzeugt, dass es weiterhin einen wirkungsvollen Schutz für das Überleben dieser Tierarten braucht. Wir wehren uns deshalb politisch gegen eine Aushöhlung des gesetzlichen Schutzes von Wolf, Bär und Luchs und fordern, dass die Wilderei energisch bekämpft wird.

Wollen Sie mithelfen? – Pilotprojekt Pasturs Voluntaris

Im ganzen schweizerischen Alpenraum wächst die Wolfspopulation. Das stellte die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Wir packen mit an und unterstützen Landwirtinnen und Landwirte beim Schutz ihrer Herden.

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