Poster Maiaktion Wildtierkorridore © Joanna Hegemann

Es gibt kein Durchkommen!

Wildtiere wandern. Ausserorts zerschneiden Strassen ihre Wege. Doch auch in Dörfern und Städten, Ersatzlebensraum für viele Wildtiere, gibt es Hindernisse und Fallen. Mit der Kampagne «Freie Bahn für Wildtiere!» setzt sich Pro Natura für strukturreiche, vernetzte Lebensräume ein.

Nicht nur grosse Säugetiere wie Rothirsch und Reh bewegen sich auf typischen Wanderrouten, um zu ihren Nahrungs-, Ruhe- und Fortpflanzungsplätzen zu gelangen. Dachs, Siebenschläfer und Igel, aber auch Grasfrosch, Mauereidechse und viele Schmetterlinge sind darauf angewiesen, sich zwischen verschiedenen Orten frei bewegen zu können – zunehmend auch im Siedlungsgebiet.

Die Wanderwege sind blockiert

Doch das Leben vor unserer Haustür birgt unzählige Gefahren. Zäune und Mauern sind für viele kleinere Tiere unüberwindbar. Sie erschweren Igeln die Futter- und Partnersuche. Frösche fallen in Keller- und Lüftungsschächte. Sterile, monotone Gärten und exotische Pflanzen bieten Bienen und Schmetterlingen keine Nahrungsgrundlage.

Mit einfachen Massnahmen können Fallen entschärft und Verstecke sowie Durchgänge für Wildtiere geschaffen werden. Asthaufen, einheimische Sträucher und Wildblumenwiesen werten Gärten und Grünflächen als Lebensraum für Schmetterling, Siebenschläfer und Co. wesentlich auf. Feinmaschiges Abdeckgitter verhindert Stürze in Schächte und Gruben. Ausstieghilfen bieten gefangenen kleinen Wildtieren einen Ausweg aus dem Kellerschacht.

Kampagne «Freie Bahn für Wildtiere!»

Pro Natura ruft mit der Kampagne «Freie Bahn für Wildtiere!» dazu auf, in Siedlungsräumen sowie offenen Landschaften vielfältige und reich strukturierte Lebensräume zu schaffen. Wir geben Tipps, was Sie selbst für Wildtiere rund ums Haus tun können. Und wir packen selber an: Wir führen Vernetzungsprojekte durch und pflegen in unseren rund 700 Naturschutzgebieten vielfältige Biotope und Kleinstrukturen.

Mit Ihrer Spende setzt sich Pro Natura für mehr strukturreiche, vernetzte Lebensräume ein, damit sich Wildtiere sowohl in der Stadt als auch auf dem Land frei bewegen und ein Zuhause finden können. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.

Zu diesem Thema gibt es auch ein Faltblatt mit Titel «ACHTUNG Wildtiere!». Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne mehrere Exemplare zu. Bitte nehmen Sie mit uns per E-Mail Kontakt auf.




Was Pro Natura tut
  • Pro Natura informiert über die Wanderbedürfnisse von Wildtieren.
  • Pro Natura arbeitet mit einigen Kantonen zusammen, um die kantonsübergreifende Koordination bei der Sanierung von Wildtierkorridoren zu verbessern.
  • Pro Natura setzt sich politisch für den Schutz der Wildtiere ein. Beispielsweise beim Jagdgesetz oder in der Raumplanung.
  • Zur Verbesserung der Vernetzung naturnaher Landschaften pflegen Pro Natura und ihre Sektionen sogenannte Trittsteinbiotope, vielfältige Kleinstrukturen und Böschungen, die vielen verschiedenen Tierarten als Bewegungsachsen und Verstecke dienen.
  • Mit ihren über 650 Naturschutzgebieten setzt Pro Natura konsequent auf die Vernetzung von natürlichen Lebensräumen, sodass sich geschützte und gefährdete Tierarten zwischen den Lebensräumen natürlich und ungestört bewegen können.
Was Sie selbst tun können
  • Betreten Sie keine Wildtierbrücken und -unterführungen. Damit die Korridore funktionieren, müssen die Tiere ungestört bleiben.
  • Geben Sie bei Autofahrten in der Morgen- und Abenddämmerung an Waldrändern und im Wald besonders gut auf querende Wildtiere Acht und passen Sie das Tempo den Umständen an.
  • Falls Sie Wildtiere sehen, erfreuen Sie sich am Anblick. Lassen Sie sie aber ihre Wege gehen, verfolgen Sie sie nicht oder leuchten Sie sie nicht mit Taschenlampen an. Das verschreckt die scheuen Tiere unnötig.
  • Vermeiden Sie Störungen von Tieren insbesondere im Winter bei Ski- und Schneeschuhtouren, Freeride-Abfahrten und Wanderungen. Respektieren Sie Wildruhezonen und Wildtierschutzgebiete. Nehmen Sie Ihren Hund in sensiblen Gebieten an die Leine. Informationen finden Sie unter www.wildruhezonen.ch.
  • Achten Sie darauf, bestehende Barrieren und Wildfallen in Ihrem Garten und Umfeld zu beseitigen und keine neuen zu schaffen. 

Wildtierkorridore: Letzter Ausweg, die Natur zu vernetzen

Das könnte sie auch interessieren