Der Igel ist das Tier des Jahres 2026
Bei der Wahl des beliebtesten Schweizer Wildtieres hätte der Igel sein schwarz glänzendes Näschen sicher ganz vorne. Unzählige Freiwillige kümmern sich um verletzt oder krank aufgefundene Igel. Und wer an einem lauen Sommerabend einen Igel durch den Garten tippeln sieht, freut sich über den sympathischen Gast.
Warum wählt Pro Natura den Igel zum Tier des Jahres?
Igel brauchen ein dichtes Netz von Unterschlupfmöglichkeiten und ein reiches Nahrungsangebot an Insekten. Beides finden sie in weiten Teilen der landwirtschaftlich genutzten Gebiete kaum mehr. Deshalb lebt der stachelige Insektenfresser heute vor allem in locker überbauten Bereichen unserer Dörfer und Städte. Seine Bestandesentwicklung macht allerdings Sorgen. Seit 2022 ist der Igel auf der Roten Liste der Schweiz als «potenziell gefährdet» eingestuft. Wo Siedlungen verdichtet werden, können wertvolle Igel-Lebensräume verschwinden. Deshalb ruft Pro Natura mit dem Tier des Jahres 2026 dazu auf, Gärten, Grünanlagen, Friedhöfe und Parks igelfreundlich zu gestalten und zu pflegen.
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Olivier Born
- Dieser Igel ist in der Stadt Lausanne unterwegs.
Igel stehen auf Insekten
Wenn ein Igel in der Dämmerung emsig schnüffelnd durch einen Garten oder Park streift, dann sucht er Futter. Ganz oben auf der Menüliste stehen bei ihm Laufkäfer, Schmetterlingsraupen und Regenwürmer. Igel hören sehr gut und haben eine feine Nase. Lautes Schmatzen oder das Knirschen von Käferpanzern zwischen spitzen Zähnen zeigt uns an: Die Beutesuche war erfolgreich. Nebst ihren Leibspeisen erbeuten Igel eine breite Palette weiterer Tiere und verschmähen auch Aas nicht.
Wussten Sie, dass Igel pflanzliche Nahrung nicht verdauen können? Wenn ein Igel an einem Apfel schnüffelt, handelt es sich kaum um einen Vegi-Igel. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Igel den Wurm riecht, der im Apfel steckt.
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Vladimir Ya
- Wo stecken die Käfer, Würmer und Raupen?
Gefährliche Streifzüge
Igel legen auf ihren nächtlichen Streifzügen im Durchschnitt etwa einen Kilometer zurück. Dabei überqueren sie Strassen, müssen Hindernisse umgehen und sich vor Fallen wie Kellertreppen, Schwimmbecken oder Lichtschächten hüten. Besonders gefährdet sind Männchen während der Paarungszeit, also ab Mitte April. Sie legen dann auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen auch mal mehrere Kilometer zurück.
Wussten Sie, dass Igel überall dort durchschlüpfen können, wo unsere Faust durchpasst? Im wahrsten Sinne des Wortes eine Faustregel!
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Monique Morin
- So ein Krampf: Schon diese wenige Zentimeter hohe Bordkante macht dem Jungigel Schwierigkeiten.
Per Karussell zum Nachwuchs
Igelmännchen umkreisen ihre Auserwählte manchmal stundenlang, bis sich das Weibchen nicht mehr wegdreht und paarungswillig ist. Man spricht vom «Igelkarussell». Paarungen finden bis Ende August statt. Nach einer Tragzeit von rund 35 Tagen bringt das Weibchen zwei bis sieben Junge zur Welt. Das Familienleben ist kurz: Jungigel sind schon nach etwa 6 Wochen selbständig und müssen sich fortan allein durchs Leben schlagen.
Wussten Sie, dass Igelmütter allein für ihren Nachwuchs sorgen?
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Daniel Heuclin
- Kaum zu glauben: In wenigen Wochen wird dieser Säugling ein selbstständiger Igel sein.
Wo schlüpf’ ich unter?
Igel brauchen sichere Tagesverstecke, Nester für die Geburt ihrer Jungen, trockene Winterquartiere. Nur dort, wo solche Unterschlupfmöglichkeiten reichlich vorhanden sind, können Igel leben. Besonders wählerisch sind die Stacheltiere nicht. Es muss nicht immer der klassische Ast- und Laubhaufen im Naturgarten sein. Eine Holzbeige, der Hohlraum unter einem Gartenhäuschen, ein locker hingeworfener Bretterhaufen oder ein Igelhaus aus dem Baumarkt werden ebenso gerne angenommen.
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Ronald Stiefelhagen, Minden Pictures
- Eine Igelmutter transportiert ihr Jungtier in ein neues Versteck. Vielleicht ist sie am alten Ort gestört worden.
Naturgarten: Paradies für Igel und Mensch
Ein Naturgarten voller Leben bietet alles, was der Igel braucht: Unterschlüpfe, Schutz vor Mährobotern, Zugang zu Wasser und jede Menge Insekten. Wo es den Igeln gefällt, ist es auch den Menschen wohl. Blütenvielfalt, spannende Naturbeobachtungen und ruhige Ecken, um die Seele baumeln zu lassen: All das bietet der Naturgarten. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich dazu entschliessen, die Natur in ihre Gärten einzuladen.
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Daniel Rihs
- Naturgärten sind Paradiese für Gross und Klein. Hier fühlen sich auch Igel wohl. Es gibt ein reiches Angebot an Unterschlüpfen und Nahrung.
Igel in der Stadt? Ja, das geht!
Wo Wohnsiedlungen verdichtet werden, sind Igel-Lebensräume bedroht. Umso wichtiger, private Gärten und öffentliche Grünräume noch konsequenter igelfreundlich zu gestalten. Auch Gemeinden können dem Igel viel Gutes tun. Schulanlagen, Parks oder Friedhöfe bieten reichlich Potenzial für bunte, abwechslungsreiche Lebensräume. Bonus: Wer Igel fördert, hilft auch Insekten, Siebenschläfern, Zaunkönigen und vielen anderen Arten.
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Matthias Sorg
- Hecken, Bäume und blühende Wiesen auf dem Bremgartenfriedhof in Bern. Hier können auch Igel leben.
Das tut Pro Natura für den Igel
Pro Natura hat schon viele Gärten, Parks und Grünanlagen mit Rat und Tat zum Blühen gebracht. Ab 2026 setzen wir noch einen drauf: Im März startet landesweit die grosse Aktion BONJOUR NATURE: Willkommen im Naturgarten! Hier lesen Sie, was wir Ihnen anbieten: BONJOUR NATURE: Willkommen im Naturgarten
Das können Sie für den Igel tun
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Sie haben einen Garten und wollen den Igeln sofort helfen? Praktische Informationen für einen igelfreundlichen Garten inklusive Bauanleitung für einen Ast- und Laubhaufen finden Sie hier.
Viele Pro Natura Sektionen bieten Exkursionen, Kurse, Vorträge und mehr rund um den Igel an. Die aktuelle Liste der Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
Sie haben in Ihrem Wohnquartier einen Igel beobachtet? «Wilde Nachbarn Schweiz» interessiert sich für Ihr Erlebnis. Je mehr wir über die Verbreitung des Igels in der Schweiz wissen, desto besser können wir ihn schützen und fördern. Wilde Nachbarn Schweiz
Haben Sie einen verletzten, abgemagerten oder kranken Igel gefunden? Überall in der Schweiz gibt es Igelstationen, die sich kompetent um solche Tiere kümmern. Informationen und Kontakte finden Sie beim Igelzentrum oder bei Pro Igel.