Gut Ding will Weile haben

Hilfe für die Geburtshelferkröte im Solothurner Thal

Im Solothurner Thal, zwischen Gänsbrunnen und Balsthal kann man in Frühlingsnächten noch das typische Läuten der Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) hören. Wer Glück hat, sieht auch Krötenmännchen, welche die Laichschnüre um die Hinterbeine gewickelt haben. Doch wo sollen die Kaulquappen schlüpfen? Geeignete Gewässer sind rar.


Mit Unterstützung  von Pro Natura hat deshalb der Regionale Naturpark Thal ein Projekt zur Förderung der Geburtshelferkröte begonnen. In einem ersten Schritt sollen an drei Standorten mehrere verlandete Weiher ausgebaggert und ein neues Gewässer gebaut werden. Damit die Ufer der Teiche gut besonnt sind, werden zudem Büsche und Brombeeren entfernt. Wenn die Finanzierung gesichert werden kann, soll es danach weitergehen, damit im Thal das Läuten des Glögglifroschs nicht verstummt.

Glück für den Glögglifrosch im Emmmental

Auch im Emmental ist die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) noch zu Hause. Das Geburtshelferkröteninventar aus dem Jahr 2001 zeigte aber einen Populationsrückgang von etwa einem Drittel in den vergangenen 30 Jahren. Angesichts der geringen Landschaftsdynamik und des Rückgangs von Feuerweihern braucht es grosse Anstrengungen, um den Glögglifrosch langfristig im Emmental zu erhalten.


Pro Natura Bern lancierte deshalb zusammen mit der karch 2007 ein Förderprojekt. Bis 2010 wurden, dank finanzieller Unterstützung verschiedener Instituitionen, an über 40 Standorten bestehende Gewässer saniert, neue gebaut sowie zahlreiche Landlebensräume aufgewertet. Seit 2013 ist ein Teilprojekt in der Gemeinde Langnau in Umsetzung, welches den Bau oder die Sanierung weiterer 15 Weiher vorsieht. 2014 wurde ein Folgeprojekt lanciert, welches auf den Oberaargau ausgedehnt wurde und den Bau und die Sanierung von rund 45 Fortpflanzungsgewässern beinhaltet. Damit sie von der Geburtshelferkröte besiedelt werden, ist die Wahl des Standortes zentral: er muss ein günstiges Umfeld bieten (Landlebensraum) und in Wanderdistanz zu bestehenden Vorkommen liegen.

Bessere Vernetzung im Baselbiet

Im Kanton Baselland ist die Geburtshelferkröte noch relativ häufig. Die zunehmende Isolierung der einzelnen Vorkommen gefährdet aber ihren Fortbestand, denn die Geburtshelferkröte ist nicht sehr wanderungsfreudig. Um einen Austausch zwischen den teilweise sehr kleinen Populationen zu ermöglichen, sollten die verschiedenen Lebensräume 100-200 m voneinander entfernt und durch Vernetzungsachsen miteinander verbunden sein.


Gemeinsam mit dem Natur- und Vogelschutzverein Rothenfluh-Anwil NUVRA lancierte Pro Natura Baselland 2013 ein Förderprojekt in Rothenfluh, von dem neben dem Glögglifrosch auch zahlreiche andere Arten wie beispielsweise der Feuersalamander profitieren sollen. Nach zähen Verhandlungen mit den Grundbesitzern konnten bis Ende 2013 drei ganzjährig fliessende Bächlein wieder an die Oberfläche geholt, mehrere Feuchtflächen saniert und zwei neue Weiher erstellt werden. Ein Weiher in Anwil folgte 2014.