Gefahren für Amphibien

Frösche und andere Amphibien sowie ihre Brutstätten sind seit 1966 gemäss Art. 20 Natur- und Heimatschutzverordnung NHV rechtlich geschützt.

 

2001 wurde das Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung IANB in Kraft gesetzt. Es bezeichnet die wichtigsten Fortpflanzungsgebiete und beauftragt die Kantone, für deren Schutz und Unterhalt zu sorgen. Ziel des Inventars ist es, die nachgewiesenen Amphibienbestände zu erhalten, zu fördern, beziehungsweise wiederherzustellen.

Es umfasst verschiedene Gewässer- und Feuchtgebietstypen wie:
  • Tümpel
  • Weiher und Teiche
  • Feuchtwiesen
  • grössere Feuchtgebietskomplexe in Flachmooren oder Auen
  • Grubenbiotope

Die bisherige Bilanz des Amphibieninventars von nationaler Bedeutung zeigt jedoch, dass sogar in diesen wichtigsten Fortpflanzungsgebieten die gefährdeten Arten weiter zurückgehen. Aber warum? Diese Frage ist nur teilweise geklärt.

 

Sicher ist: Aufgrund ihrer besonderen Lebensweise an Land und im Wasser sind Amphibien vielen Bedrohungsformen ausgesetzt – hier nur einige davon:

Fehlende Fortpflanzungsgewässer

Am meisten zu schaffen machen den Amphibien fehlende Fortpflanzungsgewässer. Solche fanden sich früher in Hülle und Fülle in unserer Landschaft. Temporär nach der Schneeschmelze mit Tümpeln übersäte Wiesen, stehende Kleingewässer in Auengebieten oder Feuchtwiesen sowie Moore gab es genug.

 

Heute jedoch existiert nur noch ein Bruchteil dieser Lebensräume. Moore und Feuchtgebiete wurden trockengelegt. Flüsse und Bäche wurden korrigiert, eingedämmt und von ihren Auen abgeschnitten – schätzungsweise nur noch 10% unserer Bäche und Flüsse fliessen natürlich. Tümpel und Teiche wurden trockengelegt und aufgeschüttet oder die Fortpflanzungsgewässer der Frösche durch Strassen von ihrem Landlebensraum abgeschnitten.

 

Gut sichtbar ist der Lebensraumverlust auch in der Landwirtschaft: Innerhalb der letzten 150 Jahre wurden rund 192'000 ha Landwirtschaftsland mit Hilfe von Drainagen trockengelegt. Wo sich früher nach der Schneeschmelze temporäre Tümpel bildeten, in denen sich Frosch & Co. fortpflanzen konnten, fliesst dank Drainagen heute das Wasser sofort ab. Dieser Lebensraum ist für Frösche und andere Amphibien weitgehend verloren. Ersatzgewässer sind daher nötiger denn je. 

Verkehr

Zwar bestehen vielerorts Amphibienzäune und –durchgänge, die Frosch & Co. ein sicheres Über- oder Unterqueren von Verkehrswegen ermöglichen. Gewisse Strassen werden während der Amphibienwanderung im Frühling sogar ganz für den Verkehr gesperrt. Trotzdem fallen in der Schweiz jährlich viele der rund 5 Millionen wandernden Amphibien dem Strassenverkehr zum Opfer – meist auf dem Weg vom Landlebensraum zum Laichgewässer und wieder zurück.

 

Dabei muss ein Frosch oder eine Kröte nicht einmal direkt mit dem Pneu überfahren werden. Sogar ein Frosch, der zwischen und nicht unter die Räder gerät, hat bereits bei einer Geschwindigkeit eines Autos von nur 30km/h keine Überlebenschance mehr – er platzt aufgrund der starken Druckunterschiede. 

Umweltgifte

In der Landwirtschaft, aber auch in diversen Gärten werden Dünger, Pestizide und Herbizide eingesetzt, die Kaulquappen und junge Amphibien töten können.

 

Viel Gift ist nicht nötig, denn die Haut von Amphibien ist sehr dünn und für viele Stoffe durchlässig. 

Pilzkrankheit Chytridiomykose

Eine neue Pilzerkrankung macht derzeit den Amphibien weltweit ernsthaft zu schaffen und führt teilweise zu einem beängstigenden Amphibiensterben. Auch die Schweiz ist betroffen – der Erreger wurde auch schon hier an diversen Orten nachgewiesen. Auch an der Chytridiomykose gestorbene Amphibien wurden bereits aufgefunden.