Mediencommuniqué

Damit das Moor nicht verdurstet - neue Etappe in der Moorregenration in Rothenthurm

30.08.2012

In den schönsten Herbsttönen erstrahlen die Riedflächen in der Dritten Altmatt in Rothenthurm. Intakte Natur wie aus dem Bilderbuch? Leider nein. Die Moore verlieren schleichend an Qualität, sie werden trockener, nährstoff- und baumreicher. Mit einer gezielten Moorregeneration in der Moorlandschaft Rothenthurm wirkt Pro Natura diesem Trend entgegen, sodass der wertvolle Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen erhalten werden kann. Kommende Woche startet die 3. Etappe der umfangreichen Wiederinstandstellung.

 

Im Bericht «Zustand und Entwicklung der Moore in der Schweiz» hält das Bundesamt für Umwelt (BAFU) Unerfreuliches fest: Zwar hat die Moorfläche in der Schweiz in den letzten Jahren nur geringfügig abgenommen, doch die Qualität der Moore hat sich weiterhin verschlechtert. Das heisst: Moore werden langsam zu Wald, zu Fettwiesen oder anderen Arten von Lebensräumen. Moore können sie nur bleiben, wenn die künstliche Entwässerung oder der Eintrag von Nährstoffen eingedämmt werden. Dem Schwinden der Moore setzt Pro Natura etwas entgegen. Dazu ist manchmal ein Bagger nötig, wie aktuell wieder im geschichtsträchtigen Rothenthurmer Moor.

 

Moore erhalten heisst rechtzeitig eingreifen

Um das Hochmoorwachstum in den Bannzöpfen, nördlich des Jean-Gottesmann-Weges, wieder in Gang zu setzen, wird ab nächster Woche ein Regenerationsprojekt durchgeführt. Ziel ist es, die ursprüngliche Fliessrichtung des Moorwassers wieder herzustellen. Das saure Moorwasser wird mit Spundwänden und kleinen Torfdämmen besser in der Fläche zurückgehalten. Die moortypische Fauna und Flora, wie beispielsweise der fleischfressende Sonnentau, können sich so wieder vermehrt ausbreiten. Um die notwendigen Bauarbeiten im Moor möglichst schonend zu gestalten, fahren die Baumaschinen in den nassen Flächen auf Holzmatratzen.

 

Moorschutz ist Teamwork

Gemäss nationalem Auftrag zum Moorschutz sorgen die Kantone dafür, dass bestehende Beeinträchtigungen von Mooren bei jeder sich bietenden Gelegenheit soweit als möglich rückgängig gemacht werden. Die Bauarbeiten wurden vom Kanton und der Gemeinde bewilligt. Sie beginnen Anfang September 2012, und dauern abhängig vom Wetter bis Ende September oder Ende Oktober 2012. Die Massnahmen wurden von Pro Natura in Auftrag gegeben und von einem Moorregenerationsspezialisten konzipiert. Die Ausführung liegt bei einem lokalen Bauunternehmen.

 

Was bisher geschah

Im Bannwald in der Dritten Altmatt bei Rothenthurm wurden 2009 und 2011 im Herbst bereits Regenerationsmassnahmen durchgeführt, um die Flachmoore als Lebensräume für bodenbrütende Vögel sowie moortypische Pflanzen und Insekten zu erhalten und stellenweise wieder ein aktives Hochmoorwachstum zu ermöglichen. Mit Rundhölzern wurden zudem verschiedene Nasstellen gesichert, um den Zugang zu den Streuwiesen für die Bauern weiterhin zu ermöglichen.

 

Internet:

Informationen zum Moorschutz bei Pro Natura: www.pronatura.ch/moore

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