Mediencommuniqué

Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2014: Bauern preisgekrönt für den Einsatz für Frosch & Co.

05.06.2014

Der Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2014 geht an das «Vernetzungsprojekt Höfe» im Kanton Schwyz. Landwirte legen hier 20 neue Teiche und Tümpel an. Sie verbinden damit wichtige Lebensräume für Erdkröten, Gelbbauchunken und andere gefährdete Amphibien. Für Pro Natura und die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung hat das Projekt Beispielcharakter: Ein Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz ist ein Gewinn für alle. Der bedeutende Naturschutzpreis ist dotiert mit 50'000 Franken.

 

Alle zwei Jahre prämieren Pro Natura und die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung ein herausragendes Naturschutzprojekt mit dem Beugger-Preis (siehe Box). Dieses Jahr war der mit 50‘000 Franken dotierte Preis für ein Projekt ausgeschrieben, das sich für die bedrohten Amphibien einsetzt. Die Auszeichnung geht an das «Vernetzungsprojekt Höfe» im Kanton Schwyz. Hier legen Landwirte auf dem Land, das sie bewirtschaften, über 20 neue Teiche und Tümpel an, um bestehende, grössere Amphibienlaichgebiete untereinander zu vernetzen. Die neuen Wasserflächen sollen insbesondere Gelbbauchunken und Erdkröten Laichplätze bieten.

 

Mehr Wasser
Das gemeinsame Engagement von Landwirten und Ökologen, die Grösse des Amphibienrettungs¬projekts sowie die vorbildliche Planung waren für Pro Natura und die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung ausschlaggebend für die Wahl. «Der Preis soll auch ein Anstoss sein für weitere solche Projekte an geeigneten Stellen im Landwirtschaftsgebiet», sagt Jean-Pierre Sorg, Pro Natura Vize-Präsident. «Denn Frösche, Kröten und Molche überleben in der Schweiz nur, wenn wir wieder mehr Wasser in unserer Landschaft dulden», so Sorg weiter.

 

Profit für die Natur und die Landwirte
Das Vernetzungsprojekt Höfe hat das Ziel, der Natur auch im Kulturland ihren Platz einzuräumen. Dazu arbeiten Landwirte, Gemeinden und Ökologen Hand in Hand. Sie haben Flächen mit hohem Grundwasserspiegel gesucht, die sich nicht besonders für die Landwirtschaft eignen – als neue Froschteichstandorte dafür umso besser. «Auf diesen oft vernässten Flächen erhält man wenig Ertrag. Die Amphibien haben mehr davon, wenn wir an diesen Stellen gleich Teiche und Tümpel anlegen. Indem uns der Bezirk und die Gemeinden für diese Arbeit und die Pflege der neuen Gewässer entschädigt, lohnt sich der Aufwand aber auch für uns», betont Paul Ebnöther, treibende Kraft hinter dem Siegerprojekt. Erste Erfolge sind schon sichtbar: In drei Teichen, die 2012 angelegt wurden, quakten bereits im Folgejahr Gelbbauchunken.

 

 

Box:
Warum es bei uns kaum noch quakt
Amphibien sind für ihre Fortpflanzung auf strömungsarme Gewässer wie Weiher oder Tümpel angewiesen. Im Landwirtschaftsgebiet hat der Mensch die meisten dieser Standorte trockengelegt. Amphibien finden keine Laichplätze mehr und auch geeignete Verstecke an Land sind rar geworden. Heute sind mehr als 70 Prozent der einheimischen Amphibienarten stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Pro Natura kämpft mit der Kampagne «Mehr Weiher für Frosch & Co.» gegen das Austrocknen der Schweiz und baut selber über 100 neue Laichgewässer.

 

 

Box:
Beugger-Preis und Beugger-Stiftung
Der Elisabeth und Oscar Beugger-Preis wird von Pro Natura im Auftrag und im Namen der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung verliehen. Alle zwei Jahre macht der Preis ein beispielhaftes Naturschutzprojekt in der Schweiz einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ausgezeichnet werden Projekte aus den Sparten «Artenschutz und Artenförderung», «Schutzgebiete» sowie «Landschaftsschutz». Der Preis, mit 50'000 Franken dotiert, ist einer der bedeutendsten Naturschutzpreise der Schweiz.

 

Die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung mit Sitz in Basel wurde im Jahre 2004 von Frau Elisabeth Beugger gegründet. Der Name der Stiftung erinnert an Oscar Beugger, ihren im Februar 2004 verstorbenen Ehemann und an dessen Vater, Emanuel Beugger. Die ausschliesslich gemeinnützige Stiftung bezweckt die Förderung von Projekten und Institutionen auf dem Gebiet des Natur- und Tierschutzes in der Schweiz.

 

Bisherige Preisträger waren die Fondazione Bolle di Magadino für das Aufwertungsprojekt des Ticino-Deltas (2008), der Kanton Uri für sein Wildheu-Förderprogramm «Wildheu Uri» (2010) und die Burgergemeinde Mörel-Filet als Beispiel für eine alpwirtschaftliche Nutzung mit ökologischer Aufwertung.

 

Internet:

www.pronatura.ch/beugger-preis

www.pronatura.ch/froesche

 

Pressebilder:

www.pronatura.ch/bilder-beugger-preis-2014

 

Weitere Auskünfte:

  • Andreas Murbach, Stiftungsrat der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung, Tel. 079 699 94 87, andreas.murbach@ubs.com

Für die Preisträger:

Paul Ebnöther, Ansprechperson für das «Vernetzungsprojekt Höfe», Tel. 079 374 74 27, paul.ebnoether@bluewin.ch

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