Mediencommuniqué

Volksinitiative des Bauernverbands zur Massenproduktion: umweltschädlich und unnötig

11.02.2014

Die Bauernverbandsinitiative ist unnötig. Was der Bauernverband mit seiner Initiative zur Produktionssteigerung fordert, steht heute bereits in der Verfassung oder im Landwirtschaftsgesetz. Die Folge der Initiative wäre eine noch intensivere und umweltschädlichere Schweizer Landwirtschaft, die mit noch mehr Kunstdünger und Pestiziden auf Massenproduktion setzt. Der Bauernverband riskiert mit seiner heute lancierten Initiative den Rückhalt in der Bevölkerung für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern.

 

Seit gut einem Monat ist die neue Agrarpolitik für die Jahre 2014 bis 2017 in Kraft. Diese sorgt bei korrekter Umsetzung für mehr Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern bei mehr Rücksicht auf die Natur. Anstatt sich der Umsetzung der Parlamentsentscheide zu widmen, eröffnet der Bauernverband eine Scheindebatte über Versorgung und Ernährungssicherheit. Das ist ein kontraproduktives Ablenkungsmanöver von den wirklichen Problemen in der Schweizer Landwirtschaft.


Die Schweizer Landwirtschaft hat ein Umwelt-, kein Produktionsproblem
Fakt ist: Es wurden noch nie so viele Kalorien in der Schweiz produziert wie heute (Botschaft zur AP 14/17). Dennoch will der Bauernverband uns mit seiner Massenproduktionsinitiative weismachen, dass die Schweizer Bauern nicht genügend produzieren könnten. Damit lenkt die Agrarlobby von den massiven Missständen im Bereich Ökologie ab. Zum Beispiel:

 

  • Bei 70 Prozent der untersuchten Oberflächengewässerstandorten in der Schweiz liegt die Pestizidkonzentration über dem gesetzlichen Anforderungswert.
  • Der inländische Schaden durch die Ammoniakbelastung aus der Landwirtschaft beträgt jährlich rund eine Milliarde Franken auf Kosten der Allgemeinheit.


Riskante Massenproduktion
Eine Landwirtschaft, die auf reine Kalorienproduktion ausgelegt ist, droht den Rückhalt in der Bevölkerung zu verlieren. Obwohl die Schweizer Landwirtschaft schon heute massive Defizite in ihrem ökologischen Leistungsausweis hat, drängen die Bauern-Funktionäre auf eine noch umweltschädlichere Massen-Produktion. Damit ist der Bauernverband schlecht beraten. Die Kundinnen und Kunden von Schweizer Bauern wollen für den höheren Preis auch bessere Qualität, sprich natürliche und gesunde Lebensmittel – sicher keine Massenware.

 

 

Internet: www.pronatura.ch/landwirtschaft

 

Weitere Auskünfte:
Marcel Liner, Pro Natura Projektleiter Landwirtschaftspolitik, Tel. 061 317 92 40, marcel.liner@pronatura.ch
Medienstelle: Roland Schuler, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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