Mediencommuniqué

Zu viel Gift und Gülle: Die Schweizer Landwirtschaft produziert ein Umweltproblem

17.11.2014

Jedes Jahr werden rund 6‘000 Tonnen zu viel Phosphor von der Schweizer Landwirtschaft in die Umwelt gestreut. Das ist eine der erschütternden Erkenntnisse des heute veröffentlichten Agrarberichts 2014 des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW. Phosphor-Überschüsse belasten die Böden mit giftigem Cadmium und entziehen den Gewässern lebensnotwendigen Sauerstoff.

 

Die intensive Schweizer Landwirtschaft gefährdet unsere Böden, Bäche und Seen. Besonders augenfällig wird die Misere beim Stoff Phosphor. Insgesamt werden 10’000 Tonnen des Nährstoffs auf unsere Böden ausgebracht. Das sind 6'000 Tonnen mehr als nötig. Das zeigt der heute publizierte Agrarbericht 2014 des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW auf.

 

Zu viel Gülle

Die Phosphor-Misere währt allerdings schon lange. Seit mehr als dreissig Jahren müssen deswegen der Baldegger- und der Sempachersee für Millionen Franken künstlich beatmet werden. Grund für den drohenden Erstickungstod: Zu viele Schweine im Einzugsgebiet produzieren zu viel Gülle. Dieser Nährstoffüberschuss gelangt in die Böden, in die Bäche und schliesslich in die Seen.

 

Zu viel Gift

Pestizide sind ein weiteres Übel in der Schweizer Landwirtschaft. Die eawag, das Wasserforschungsinstitut der ETH, hat im Frühjahr 2014 herausgefunden, dass in über 70% der Schweizer Bäche und Flüsse Rückstände von landwirtschaftlichen Pflanzengiften schwimmen. Im Agrarbericht 2014 ist nun nachzulesen, dass der Pestizid-Einsatz der Schweizer Landwirtschaft auch im letzten Jahr über 2‘000 Tonnen betragen hat. Der Pestizid-Verbrauch der Schweizer Landwirtschaft stagniert auf anhaltend hohem Niveau.

 

Pro Natura fordert: Weg von der zu intensiven Produktion, hin zu einer Landwirtschaft mit gesunder und naturverträglicher Produktion. Ein Schritt in diese Richtung wären weniger Schweine, weniger Gülle, weniger Kraftfutter, weniger Pestizide. Dafür mehr gesunde Nahrungsmittel, saubere Bäche und Flüsse und unverseuchte Böden.

 

 

Internet:

Eawag-Studie zu Pestiziden in Schweizer Gewässern: www.eawag.ch/medien/bulletin/20140305/index

www.pronatura.ch/landwirtschaft

www.pronatura.ch/baldeggersee

 

Weitere Auskünfte:

Marcel Liner, Projektleiter Landwirtschaftspolitik, Pro Natura, Tel. 061 317 92 40, marcel.liner@pronatura.ch

Medienstelle: Roland Schuler, Tel. 061 317 92 24, 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch

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